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Mittwoch, 29.06.2022


Korane für Flüchtlingslager in Griechenland

Der ZMD verschickte Pakete mit Koranen an die Flüchtlingsorganisation NAOMI, die den jungen geflüchteten Frauen in der Einrichtung „Casa Base“ die Korane im heiligen Monat Ramadan aushändigte

Viele Geflüchtete, die immer noch unter Entbehrungen leiden und große Verluste erlitten haben, schöpfen aus ihrem Glauben Kraft und Trost. Nach ihrer mühseligen Flucht, auf der sie Hab und Gut zurücklassen mussten und etliche von ihnen seit nunmehr als sechs Jahren in spärlich eingerichteten Flüchtlingslagern ausharren müssen, sehnen sich die Menschen nach Vertrautem - etwas, das ihnen Sicherheit, Halt und Geborgenheit gibt.

Mit diesem Wunsch wendete sich die Flüchtlingsorganisation „NAOMI - Ecumenical Workshop for Refugees“ in der griechischen Hafenstadt Thessaloniki an den Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) mit der Bitte um Koranexemplare. Vor allem im Monat Ramadan sei der Wunsch groß, die Verbindung zu Gott wiederzubeleben und den großen Bedarf auch in anderen Flüchtlingscamps zu decken. „Ein Koran in den Händen zu halten ist auch ein Stück Heimat für unsere Mädchen und Frauen“, erklärt NAOMI-Vorsitzende und pensionierte Pfarrerin Dorothee Vakalis. Der Einrichtung „Casa Base“, einem Schutzraum für junge geflüchtete Mädchen und Frauen, die sich in der Nähe des Flüchtlingslagers befindet, kamen die versendeten Korane zugute und wurden mit großer Freude entgegengenommen. So erreichte uns folgende Rückmeldung aus einer Unterkunft: „Ich gab meiner Freundin den Koran. Sie war so unglaublich glücklich, sie konnte es nicht in Worte fassen. Es ist so bedeutsam für uns. Ich kann gar nicht genug danke sagen!“.


Polizei nutzt Flüchtlinge für illegale Pushbacks

Im „Casa Base“ betreibt die Flüchtlingsorganisation NAOMI verschiedenste Aktivitäten. Sie führen Bildungsangebote durch, an dem ca. 40 Mädchen und junge Frauen teilnehmen und verfügen zudem über ein Programm für Notfallhilfen (Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Medikamente etc.) sowie ein Ärzteteam, das Kranke versorgt.

Medienberichten zufolge setzen griechische Polizeibeamte an der EU-Außengrenze Flüchtlinge als Handlanger für illegale Zurückweisungen – sogenannten Pushbacks – ein. Dabei sollen mehrere Geflüchtete gewaltsam in die Türkei gedrängt worden sein. Im Gegenzug werden den Helfern offenbar Aufenthaltspapiere versprochen. Die Polizei spannt dafür vermehrt Geflüchtete ein, um die eigenen Beamten zu schützen.

Laut EU-Recht ist Griechenland dazu verpflichtet, Schutzsuchenden, die griechisches Territorium erreichen, ein Asylverfahren zu gewähren. Die griechische Regierung sowie andere EU-Staaten missachten dieses Gesetz seit Jahren. Zuletzt ist im April der Leiter der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, zurückgetreten. Hintergrund sind Vorwürfe, wonach die Behörde Pushbacks von Geflüchteten vertuscht haben soll.