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Mittwoch, 09.02.2022

Bürgerkrieg in Myanmar weitet sich auf Rakhine aus

Die AA verfügt laut Experten derzeit über mehr als 30.000 bewaffnete Kämpfer und ist zusammen mit ihrem politischen Flügel "United League of Arakan" (ULA) dabei, in Rakhine ein effektives Verwaltungs-, Justiz- und Steuersystem aufzubauen

Yangon (KNA) Nach einem mehr als einjährigen inoffiziellen Waffenstillstand kommt es im Teilstaat Rakhine wieder zu Gefechten zwischen der Armee von Myanmar und der Rebellenmiliz Arakan Army (AA). Am vierten Tag in Folge habe es an verschiedenen Orten in Rakhine Kämpfe gegeben, berichtet das Nachrichtenportal Mizzima (Mittwoch).



Die AA als Miliz der buddhistischen Bevölkerungsmehrheit der Arakanesen kontrolliert den größten Teil von Rakhine. Ihr Ziel sei "die Unabhängigkeit von Myanmar", sagte AA-Chef General Twan Mrat Naing im Januar der in Bangladesch erscheinenden Tageszeitung "Daily Prothom Alo". Zugleich versprach er die Anerkennung der "Menschen- und Bürgerrechte" der muslimischen Rohingya-Minderheit in Rakhine.



Die AA verfügt laut Experten derzeit über mehr als 30.000 bewaffnete Kämpfer und ist zusammen mit ihrem politischen Flügel "United League of Arakan" (ULA) dabei, in Rakhine ein effektives Verwaltungs-, Justiz- und Steuersystem aufzubauen. Die Junta hatte nach dem Putsch vom 1. Februar 2021 einen Waffenstillstand mit der AA erklärt, um mit Truppen aus Rakhine die Niederschlagung des Widerstands gegen den Putsch in anderen Teilen Myanmars zu verstärken.



Durch ein militärisches Engagement der AA könnte sich laut Experten die aktuelle Situation im Bürgerkriegs erheblich verändern, da die Armee der Junta durch einen bewaffneten Konflikt mit der AA weiter zersplittert würde. Derzeit befindet sich die Armee in einem Bürgerkrieg mit ethnischen Milizen sowie Einheiten der "Volksverteidigungsarmee" der Untergrundregierung in den überwiegend christlichen Regionen Kayin und Kayah im Osten und in Chin im Westen Myanmars. Immer wieder gibt es auch Gefechte zwischen der Armee und dem bewaffneten Widerstand in Kachin an der Grenze zu China, in Shan und Sagaing in Zentralbirma.