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Freitag, 10.06.2016

ZMD erschüttert über Terrorpläne zur EM

Die gefährlichste Bedrohung unserer Gesellschaft wird noch immer verharmlost

Der Zentralrat der Muslime (ZMD) ist erschüttert über die geplanten Terroranschläge des französischen Rechtsextremisten Grégoire M. Der Terrorverdächtige führte Waffen und Sprengstoff in seinem Auto auf dem Weg aus der Ukraine nach Frankreich mit sich und soll 15 Anschläge vor und während der Fußball-EM in Frankreich geplant haben. Ziele sollen Moscheen, Synagogen und Behörden gewesen sein.

Die rechtsradikalen Terror-Pläne zur Fußball-EM sind das Resultat der Hetze von rechtsextremen Parteien wie Front National, AfD & Co. gegen Muslime, Juden und Flüchtlinge. Die gefährlichste Bedrohung unserer Gesellschaft wird nach über hundert Anschläge auf Moscheen und über 1000 Angriffe auf Flüchtlingsheime allein in Deutschland im letzten Jahr noch immer verharmlost. Als wenn es den NSU-Komplex und die über 180 Toten seit der Deutschen Einheit durch Rechtsextreme nicht gegeben habe.

„Diese hochgefährlichen Terrorpläne des Rechtsextremisten richteten sich gegen die freiheitlich, demokratischen Grundwerte Europas und sind auf das schärfste zu verurteilen. Wir sind erleichtert, dass hier die Behörden rechtzeitig eingegriffen haben.“, kommentiert der Vorsitzende des ZMD Aiman Mazyek die Ereignisse.

Gleichzeitig macht der Zentralrat deutlich, dass nun keinesfalls die Gefahr durch muslimische Extremisten unterschätzt werden darf. „Alle Bürgerinnen und Bürger eines freiheitlichen Europas sind dazu aufgefordert sich gegen Extremismus einzusetzen. Wir beschreiten diesen Weg als Zentralrat u.a. mit dem Projekt Safer Spaces“, kommentiert Mazyek. Das Projekt Safer Spaces des Zentralrats der Muslime setzt sich präventiv gegen religiös begründeten Extremismus ein und will Jugendliche und Eltern dabei aktiv in die Arbeit einbinden. Über gesellschaftliche Partizipation und die Ethik der Religion will das Programm den Jugendlichen zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen, indem sie ihren Glauben frei leben und als Teil der freiheitlich demokratischen Grundordnung begreifen. Weitere Informationen zum Projekt: http://www.saferspaces.de/