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Montag, 04.04.2016

AFD-Parteiprogramm trägt Züge von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus

Scharfe Kritik von Juden und Muslimen

Vertreter jüdischer und islamischer Verbände sind entsetzt über Ideen, die in das Parteiprogramm der AfD einfließen sollen. "Mit Erschrecken, aber nicht überrascht, stellen wir fest, wie Islamfeindlichkeit in Hass und Verachtung gegen alle Muslime umschlägt und nun auch keinen Halt mehr vor unseren Verfassungsprinzipien macht", sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mazyeks Kritik bezog sich auf einen von AfD-Verbänden aus Niederbayern lancierten Gegenentwurf zum Leitantrag der Programmkommission der Partei. Darin wird unter anderem gefordert, den Bau und Betrieb von Moscheen zu untersagen oder das Verbot der Beschneidung, welches vor allem für die Juden essentiell für das religiöse Leben wichtig ist.

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Chralotte Knobloch, kritisierte dagegen einen Passus in dem offiziellen Entwurf. Darin heißt es: "Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die positiven, identitätsstiftenden Aspekte deutscher Geschichte mit umfasst." Dass eine derartige "Verengung" existiere, sei eine Unterstellung, sagte Knobloch dem "Handelsblatt". "Das trägt - gewollt oder bewusst fahrlässig - unterschwellige Züge von sekundärem Antisemitismus", fügte Knobloch hinzu.