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Euro-islam

Freitag, 11.01.2002



Friedrich Breuer schrieb:


Hallo alle miteinander,

schön, daß jetzt einige Beiträge vorliegen.

Chodda Hafiz = Ruby?? ("Islam tolerant und fortschrittlich"), Amina H. ("vereinbar mit den europäischen Ideen der Aufklärung"), Karim ("nicht blos ein arabischer, türkischer, persischer etc. Fremdkörper") und Faris Becirovic ("gegenseitigem Respekt zwischen den in Europa lebenden, verschiedenen Kulturen") klingen konziliant und sehen gute Perspektiven für ein Zusammenleben in einer Gesellschaft mit verschiedenen Weltanschauungen.

K.B. ("kein Euro-Islam") und Aisha Guthmann ("Kopftuch oder die Polygamie") scheinen das Gefühl zu haben, daß ihnen Abstriche am Islam abverlangt werden sollen.

Was mich aus meiner westlich-christlichen Ecke interessiert, sind Antworten auf zwei Fragen:
Ist der Islam so intolerant, daß Nichtmuslime auch mit vernünftigen Muslimen Probleme bekommen müssen?
Wenn der Islam allerdings intolerant sein sollte, und seine Anhänger andere Überzeugungen nicht als gleichberechtigt akzeptiern – wie stellen sich dann die Moslime in Deutschland ein Miteinander vor?

Frau Aisha Guthmann hat schöne Beispiele angesprochen. Ich persönlich habe keine Probleme mit Frauen, die ein Kopftuch tragen wollen. Von mir aus kann die eine im Bikini durch die Fußgängerzone laufen und die andere mit einem fußlangen Mantel und Wollstrümpfen. Nur für die meisten feministischen westlichen Frauen ist das Kopftuch ein rotes Tuch. Nach dem was ich gelesen habe ist es allerdings keine religiöse Pflicht, ein Kopftuch zu tragen. Geht es da nicht nur einmal um die Festigung eines Wir-Gefühls und auch ein wenig um die Provokation?

Was die Polygamie angeht (was sollte ich persönlich als Mann schon dagegen haben) wird nach deutschen Gesetzen grundsätzlich ein Straftatbestand erfüllt (wenn die Ehe nicht wirksam im Ausland geschlossen worden ist ...). Aber ist denn die Polygamie für den Muslim unverzichtbar? Ich denke nach Auffassung des Muslim verhalten sich Mann und Frau zueinander wie Herz und Körper. Deshalb sei es grundsätzlich nicht gut, mehrere Frauen zu heiraten. Denn auch ein Herz könne nur einen Körper gut versorgen.

Also: Welche Knackpunkte zwischen aufgeklärtem Abendland und Islam sind nach Meinung maßgeblicher moslemischer Theologen wirklich unverzichtbar und wie wäre der daraus ggf. resultierende Konflikt lösbar?


Beste Grüße

Euer gespannter Friedrich Breuer