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Leserbriefe

Dienstag, 15.07.2003



Gabi G.: Zum leserbrief von Lina schrieb:


Liebe Lina,
Sie schreiben so schön vom verbrecherischen völkerrechtswidrigen Irakkrieg. Da frage ich mich, was das Auffinden der Massengräber im Irak in Ihnen bewirkt hat. Da frage ich mich, welchen Spezialisten Sie befragt haben, ob der Krieg gegen das Völkerrecht ist. Die deutsche Regierung konnte diese Frage nicht beantworten. Viele Journalisten haben Schröder und
Fischer nach ihrer Meinung gefragt. Sie haben geantwortet, diese Frage sei so schwierig zu beantworten, daß sie auf Spezialisten verweisen müßten. Ich glaube eben nicht, daß Sie mehr Kenntnisse haben. Ich glaube, daß Sie gar keine Kenntnissse haben und sich dessen nicht bewußt sind und hier einfach Tatsachen behaupten, die keine unstreitigen Tatsachen sind. Es gibt Meinungen zur Völkerrechtswidrigkeit und Medien, die dies verschweigen. Sicher wollen Sie dies alles nicht hören, aber Weltpolitik ist nun mal nicht so, wie es in den Medien steht. Leider. Aber für die Völkerverständigung, und ich nehme mal an, Sie sind auch an Völkerverständigung mit den Amerikanern interessiert, ist es wichtig, die Wahrheit zu kennen.
Dann können Sie den Amerikanern ganz anders gegenübertreten. Denn der Feind ist nicht Bush, wie Sie es oft lesen.
Also: Es gibt zwei Meinungen zur Völkerrechtswidrigkeit. Sie sollten dies zur Kenntnis nehmen. Und vielleicht auch noch mal darüber nachdenken, was von einem Recht zu halten ist, das Diktatoren schützt, die ihr Volk töten. Gegen den Irakkrieg zu sein, bedeutete nicht unbedingt, für Frieden zu sein. Es bedeutete, daß weiter Menschen durch SH getötet werden konnten und daß Sie das in Kauf genommen haben, angeblich mit dem Recht auf Ihrer Seite. Das ist kein Frieden.
Der Irakkrieg war die Entscheidung zwischen zwei Übeln, nicht zwischen Krieg und Frieden, sondern zwischen Krieg und Krieg.
Solange die Medien ein Interesse haben, die Kulturen gegeneinander aufzuhetzen, damit die Kasse klingelt, wird es keinen Frieden geben. Wir haben am 4. Juli mit unseren Freunden gefeiert, die aus Deutschland, Palästina, Israel, dem Iran, Kanada, Großbritannien, Frankreich und den USA kamen. Die Politik hat uns nicht getrennt, denn wir sind Menschen und Freunde, ungläubige und gläubige Menschen, tolerant und neugierig auf den anderen, der anders oder gleich oder
ähnlich ist, schwarz, weiß oder rot. Wir müssen den Frieden leben, dann folgen irgendwann auf mal unsere Politiker.