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Leserbriefe

Donnerstag, 19.06.2003



C.Beyaz: Neutralität an öffentlichen Einrichtungen? schrieb:


In Sachen Kopftuch erscheint dieses Gebot äußerst wichtig. Jedoch scheit man dieses Gebot in anderen Fällen biegen zu können. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich seit dem Kindergarten in meiner schulichen Laufbahn immer wieder Weihnachten und Ostern gemeinsam mit meiner Klasse gefeiert habe.

Ist es neutral, dass meine Kindergärtnerin mit mir Weihnachtslieder einstudiert und gesungen hat? Ist es neutral, dass ich mit meiner Klasse Theateraufführungen hatt in Sachen Christiegeburt? Zur Adventszeit hatten wir immer Adventskränze zu besorgen. Alles öffentliche Einrichtungen!!

Selbst das Rathhaus stellt einen Weihnachtsbaum auf- neutral? Demnach habe war ich Zeit meines Lebens gerade in öffentlichen Einrichtung christlicher Werbung ausgesetzt- ja weiter noch, ich hatte Teilnahmepflicht!! Sollte ich das als Versuch der Zwangsbekehrung bezeichnen? Ich hatte Lehrerinnen, die ein Kreuz an einer Kette um den Hals trugen.

Wie neutral ist die BRD, wenn (christlich)Religiöse Feiertage gesetzliche Feiertage sind? Wenn am Frohleichnahm das Tanzen in den Diskotheken verboten ist? Wie neutral ist die BRD, wenn deren Politiker öffentlich an Messen teilnehmen?

Neutralität ist eine gute Sache. Z.B., wenn sie verhindert, dass ein Staatsdiener Missionierung betreibt.

Das Kopftuch ist kein islamisches Symbol wie es das Kreuz für die Christen ist. Unser religiöses Symbol wäre demnach der Hilal (Halbmond)! Das Kopftuch wäre allenfalls ein Zeichen, dass in der BRD tatsächlich das Recht auf freie Ausübung der Religion umgesetzt wird.

Wenn nun das Kopftuchverbot an öffentlichen Schulen auch in letzter Instanz erhalten bleibt, werde ich meinerseits Klagen einreichen. Genau dann, wenn man mit meiner Nichte im Kindergarten Weihnachten feiern will. Wenn wir also Neutralität an öffentlichen Schulen haben wollen, dann wollen wir doch auch pingelich darauf achten, dass wir nichts religiöses mehr seitens der Lehrer haben- dazu gehört auch der Ausspruch: Oh mein Gott usw.

Um alle Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen, ich habe nichts gegen Weihnachtsfeiern usw. ich finde es soga gut, weil gerade nicht-christliche Kinder einen Einblick in die christliche Welt bekommen.

Selam

C.Beyaz