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Mittwoch, 01.02.2012

Rassismus-Virus bekämpfen und Demokratie stärken

Vorsitzende der Zentralräte der Muslime und der Juden unterzeichnen den Aufruf des Bündnisses „Dresden Nazifrei“

(www.dresden-nazifrei.com) Gegen jeden Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hilft nur aktives Handeln. Das ist der Standpunkt des Bündnisses „Dresden Nazifrei“, das bundesweit breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft erfährt. Mit dem Zentralrat der Juden, seinem Sprecher Stephan Kramer und dem Zentralrat der Muslime, vertreten durch Aiman Mazyek haben nach dem Arbeitskreis „Kirche gegen Rechtsextremismus“ auch zentrale Vertreter der beiden anderen großen Religionen in Deutschland den Blockadeaufruf des Bündnisses unterschrieben.

„Es geht in erster Linie um die Verteidigung unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, wenn wir uns gegen Rechts stemmen. Der Kampf gegen jegliche Formen des Rassismus muss stets aufs Neue geführt werden. Er breitet sich sonst wie ein Virus aus, bleibt nicht nur bei den Neonazis verortet, sondern befällt weitere Teile unserer Gesellschaft. Das zu verhindern, ist Bürgerpflicht und das Gebot der Stunde und deshalb ist das breite Bündnis gegen Rechts ein großes, ein wichtiges Zeichen, insbesondere in Ostdeutschland“, erklärte Aiman Mazyek.

Dr. Herbert Lappe, Mitglied der Jüdischen Gemeinde Dresden ergänzte: „Wo der Rechtsstaat versagt, muss der verantwortungsvolle Bürger eigenständig handeln! Und so lange Leute wie Holger Apfel (Vorsitzender der Sächsischen NPD) im Sächsischen Landtag mit göbbelschen Parolen, wie: »Nur wer deutsches Blut in seinen Adern fließen hat, kann für uns ein Deutscher sein.« ungestraft hetzen dürfen, so lange die NPD-nahen Schlägertrupps durch Dresden marschieren - so lange werde ich mich denen anschließen, die die Freiheit mit allen möglichen friedlichen Mitteln verteidigen. Wenn nötig, auch durch die Teilnahme an Sitzblockaden.“

Dass Ziviler Ungehorsam als partizipatives Element und Aushandlungsprozess gesellschaftlicher Ordnungen in einer Demokratie seinen Platz haben muss, verdeutlichten am Wochenende mehr als 400 TeilnehmerInnen eines Kongresses über Zivilen Ungehorsam an der TU Dresden. „Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch, weil menschenverachtenden Ideologien keinen Platz in der Gesellschaft eingeräumt werden darf. Wir bemerken, dass das demokratische Verständnis der Regierungsparteien hier in Sachsen in eine gefährliche Schräglage geraten ist. Wo die Regularien des Staates versagen und die heraufbeschworene politische Mitte offen mit rechtem Gedankengut flirtet, ist es die Pflicht jeder/s Einzelnen, gegen diese Entwicklung Widerstand zu leisten.“, so Franziska Radtke, Bündnissprecherin von Dresden-Nazifrei abschließend.