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Leserbriefe

Samstag, 22.12.2001



Faris B. schrieb:


Wir begrüßen den längst überfälligen Besuch unseres Bundespräsidenten Johannes Rau.

Es freut mich besonders, daß es dem politischen Gremium in Deutschland aufgefallen ist, daß die in Deutschland lebenden Muslime ein nicht geringer und sehr bedeutsamer Teil der Gesellschaft sind. Johannes Rau setzt ein Zeichen des "Miteinander" und fordert eine intensiveres Zusammenleben der deutschen Christen mit den Deutschen bzw. in Deutschland lebenden Muslimen. Jedoch sehe ich den Besuch leider mit einem weindenden und einem lachendem Auge. Es scheint als ob es unseren christlichen Brüdern und Schwestern und unseren Politikern erst seit dem 11. September als wichtig erscheint, sich mit Islamischer Kulutur die bereits seit Jahrzehnten einen nicht unbedeutsamen Anteil an der Gesellschaft ausmacht, zu befassen. Aus Selbstschutz? Der Kontrolle wegen? Ich hätte mir gewünscht, daß Herr Weizsäcker oder Herr Herzog bereits ein Zeichen des brüderlichen "Miteinander" gesetzt hätten. Dann müssten wir deutschen Muslime zweiter/dritter Generation nicht eine überfällige Aufklärungskampagne zu unser Religion im alltäglichen Leben ertragen. Dann würden unsere christlichen Brüder und Schwester wissen, dass der "Heilige Krieg" ein Propaganda - Wort, gehässiger, profitorientierter, unwissender Journalisten ist, dessen Ziel es ist eine Aufmerksamkeit erregende Schlagzeile zu landen. Dabei ist der Jihad ein Kampf gegen den inneren Schweinehund eines jeden Individuums auf diesem Planeten. Hoffentlich ist unserem Bundespräsindenten beim Besuch der Pestalozzi Grundschule aufgefallen, daß der Islamische Religionsunterricht in Deutschen Grundschulen eine ungemein wichtige Angelegenheit ist. Eine Initiative "Islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache" ist der einzige Weg zur stärkeren Integration ausländischer Familien und ihrer Kinder. Mein Kind würde von einem Islamischen Religionsunterricht auf türkisch oder arabisch nicht profitieren. Es könnte dem Unterricht nicht folgen und somit diskriminiert werden. Ein positives Zeichen ist die Einführung des ersten deutschen Proffessors für Islam. Somit können endlich deutschsprachiger Mullahs und islamische Religionslehrer ausgebildet werden. Ich hoffe das unsere christlichen Brüder und Schwester mein Anliegen verstehen - und ich wünsche auf diesem Wege allen Muslimen - Bajram Serif Mubarek Olsun - und unseren christlichen Brüdern und Schwestern ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Mit besten Grüßen
as-salau alaikum wa rahmatullahi wa barakatuh und 'Id mubarak

Faris B. (Student)