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Leserbriefe

Dienstag, 16.10.2001



Wolfgang Osinski schrieb:


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe muslimische Mitbürger,

ich wünsche mir in diesen Tagen starke Signale der Solidarität unserer muslimischen Mitbürger mit uns. Sie leben hier; zeigen Sie, dass Sie für uns und nicht gegen uns sind - ganz demonstrativ. Die deutsche Bevölkerung würde dies als Zeichen dafür aufnehmen, dass Sie sich als Teil der Gesellschaft und - zumindest in wesentlichen Teilen - als Teil des hier gültigen Wertesystems begreifen. Wer als Freund behandelt werden möchte, zeigt sich idealer Weise als Freund.

Denn unser aller Sicherheit ist bedroht. Im World Trade Tower sind Muslime ebenso gestorben wie Christen und Juden und die Milzbrand-Anschläge können gleichfalls jedermanns Leben kosten. Ich wünsche mir den Aufschrei der friedfertigen Muslime gegen den Terror! Zeigen Sie, dass Sie so empfinden wie wir und dass Sie an unserer Seite stehen. Wenn wir einen Glaubenskrieg, einen "Krieg der Welten", wie der Spiegel heute schreibt, akzeptieren und hier nicht gegensteuern, geht die giftige Saat von Osama bin Laden auf und verpestet die Welt über Jahre.

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist für den Frieden. Doch wir sind auch für Freiheit. Und wir können nicht zulassen, dass wir von einer gewissenlosen und im Kern nicht nur antiwestlichen sondern auch antiislamischen Verbrecherorganisation tyrannisiert, verunsichert, bedroht und getötet werden.

Es gilt, den Frieden zu sichern und unseren Kindern die Welt zu erhalten bzw. ihnen eine bessere Welt zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Das erscheint, besonders im Moment, nicht einfach. Aber gerade deshalb braucht es unser aller Anstrengung. Egal ob Christ oder Muslim, Jude, Hindu oder Buddhist.

Wer friedlich für den Frieden demonstrieren möchte, soll (und darf ) dies tun. Nur: den Kampf einzustellen wird nicht helfen, die Männer zu stoppen, die Gift im Herzen tragen. Darüber muß man sich Gedanken machen.

Wolfgang Osinski