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Leserbriefe

Montag, 15.10.2001



wolfgang ecker schrieb:


Liebe freunde !

zuerst herzlichen dank, dass sie über den islam informieren. ich denke das ist eine wichtige aufgabe. wissen beseitigt angst, wissen klärt auf, wissen überwindet hemmschwellen.

mein name ist wolfgang ecker, ich bin gemeinderat der stadt traun in österreich. der von ihnen angesprochene vorfall ereignete sich auf trauner gemeindegebiet, nämlich am stadtfriedhof ( es gibt mehrere friedhöfe in linz ) von linz. neben dem hauptfriedhof der stadt linz ist der stadtfriedhof aber auch friedhof für die stadt traun ( neben anderen ).

nun ist es so, dass traun in den medien zu unrühmlicher berühmtheit gekommen ist, durch die sogenannte moscheeaffäre. es ging dabei um betmöglichkeiten für eine islamische gruppe, die sich mili görüs nennt. sie entschuldigen bitte, wenn ich vielleicht nicht richtige worte zur bezeichnung islamischer gruppen verwende, leider ist mein wissen über den islam sehr gering, deshalb bin ich ja auch auf ihre seite gekommen, um mich besser zu informieren.

soviel zur vorinformation. jetzt möchte ich ihnen die beiden vorfälle, den " moscheenstreit " und die schändung islamischer gräber näher beschreiben.
es ging bei der angesprochenen moschee - traun hat bereits eine moschee - NICHT um irgendwelche religiösen ressentiments sondern einfach und allein um baurechtsangelegenheiten, oder um es deutlich zu sagen: das gebäude war in einem derart desolaten zustand, dass die verantwortung der zuständigen stellen für einen raum zum gebet einfach nicht gegeben waren. das alleine war der grund für die schliessung.
jetzt zum stadtfriedhof: nach aussagen der polizei wird in alle richtungen ermittelt, es drängt sich aber der verdacht auf, dass es sich um einen " innerislamischen " konflikt handeln soll, da angeblich nur islamische gräber mit grabsteinen beschädigt wurden, andere islamische gräber hingegen nicht.

ich darf sie folgendes versichern: österreich ist ein rechtsstaat in dem religionsfreiheit gilt. die österreichische exekutive wird alle ihr sinnvoll erscheinenden schritte einleiten um den vorfall aufzuklären. darüber hinaus ist es mir ein dringendes bedürfnis - als sozialdemokratischer gemeinderat von traun - dass ich als person niemals die unterdrückung anderer religionen, nationalitäten, oder anderer mit der humanität und menschenwürde nicht in einklang stehender dinge zulassen werde. solange ich meine stimme erheben kann, solange ich meine stimmer erheben darf, solange ich im gemeinderat vertreten bin, solange ich in meiner heimatstadt etwas zu sagen habe, solange werde ich meine stimme für toleranz und menschlichkeit erheben.


herzliche grüsse

wolfgang ecker