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Donnerstag, 18.12.2008

"Imam geht ins Gefängnis" - "Islam erklärt Gewalt, Rassismus und Randale zur Sünde"

Neuer Präventions-Inititiative gegen Gewaltstraftaten des Zentralrat der Muslime in Deutschland in Kooperation mit Violence Prevention Network (VPN)

Berlin – Im Rahmen des Programms „Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt“ von Violence Prevention Network (VPN) sprach heute Imam Mohammad Imran Sagir mit einer Gruppe jugendlicher Gewaltstraftäter muslimischen Glaubens.

Im Zuge der Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Muslime in Deutschland ist der Besuch des Imams ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Violence Prevention Network.

Ziel des Programms ist es, vorurteilsmotivierte Straftaten von Jugendlichen zu reduzieren und Wiederholung und Rückfall zu verhindern.

“Die Religion kann den jugendlichen Gewaltstraftätern helfen, sich zum Positiven zu verändern. Wenn sie sich zum Islam bekennen, dann sollen sie wissen, dass der Islam Gewalt, Rassismus und Randale zur Sünde erklärt und dass es ebenfalls Sünde ist, sich bei diesen Taten auf den Koran zu berufen", erklärt Aiman A. Mazyek, der Generalsekretär des ZMD heute in Köln. " Wir wollen im direkten und vertraulichen Gespräch unseres Imams mit den Jugendlichen dazu aufklären und für diese Sichtweise werben" so Mazyek weiter.

„Die Rückfallquote bei den Teilnehmern am Programm „Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt“ liegt deutlich unter den Rückfallquoten nicht betreuter jugendlicher Gewaltstraftäter. Wir sind davon überzeugt, dass unser Ansatz der richtige Weg ist, um vorurteilsmotivierte Gewaltstraftaten zu reduzieren und den Jugendlichen dauerhaft zu einem straffreien Leben zu verhelfen“, betonte Judy Korn, Geschäftsführerin von Violence Prevention Network.

Das Team von Violence Prevention Network arbeitet seit 2001 erfolgreich im Bereich der Verringerung von vorurteilsmotivierten schweren und schwersten Gewalttaten von Jugendlichen. Das Programm von VPN durchbricht mit hinterfragenden und demütigungsfreien Methoden die vordergründigen Rechtfertigungen für Hass und Gewalt und versetzt die Jugendlichen in die Lage, die Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen. Der durch jahrelange Praxiserfahrung erarbeitete pädagogische Ansatz der Verantwortungspädagogik®, der die Jugendlichen auch nach der Haftentlassung begleitet, wird bereits mit Erfolg in den Jugendstrafvollzugsanstalten von sieben Bundesländern umgesetzt.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland arbeitet seit langem daran, in den Gemeinden und vor Ort in den Moscheen zusammen mit Imamen durch Kurse, mehrsprachige Handreichungen und Freitagspredigten deutlich zu machen, dass es zu den existentiellen Interessen der Muslime gehört, Extremismus keinen Raum zu geben. Dies entspricht der Sichtweise der überwältigenden Mehrheit der Muslime in Deutschland. Es liegt im gesamtgesellschaftlichen Interesse, Radikalisierungstendenzen und Hass bei den Wurzeln zu bekämpfen. Kriminalität - sie rührt meist bei diesen Jugendlichen aus einem fehlenden Selbstwertgefühl her - fehlende Bildung, soziale Unterschiede und häufige
Diskriminierungserfahrungen in der Gesellschaft tun ihr übriges. Dieses Phänomen bekämpft man nicht erfolgreich, indem man sie in einen Topf mit dem Islam wirft, auch wenn mancher dies aus falsch verstandenem Glaubensverständnis tut und seine Religion hiefür als Rechtfertigung instrumentalisiert.