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Montag, 08.09.2008

Polizei unterstützt mit Selbstverteidigungskurs muslimische Frauen

Präventionsaktivitäten mit Muslimen und der Polizei machen in Deutschland Schule – Startschuß könnte die Fachtagung von LKA, ZMD und DITIB vor einem Jahr gewesen sein

Die Islamische Gemeinde Saarland (IGS) bietet seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit der Saar-Polizei einen Selbstverteidigungskurs für muslimische Frauen an. Wie der IGS-Vorsitzende Mohamed El Kawash der dortigen Lokalzeitung mitteilte, sind 13 Unterrichtseinheiten geplant, an denen eine Polizeibeamtin mit den Frauen Selbstverteidigungstechniken einübt. Der Kurs soll laut El Kawash zudem die Ausstrahlung von Selbstsicherheit in Körperhaltung, Gestik, Mimik und Stimme schulen. Über 20 Frauen hätten sich bereits für den Kurs angemeldet. Dieser Vorgang könnte Vorbildcharakter in der muslimischen Commnunity haben. Die IGS veranstaltet laut El Kawash zudem ab dem 2. April mit dem Deutsch-Ausländischen Jugendclub (DAJC) Schwimmkurse für weibliche Gemeindemitglieder. Diese finden einmal pro Woche in der Schwimmhalle der Gesamtschule Saarbrücken-Rastbachtal statt.

Innenstaatssekretär Gerhard Müllenbach geht davon aus, dass sich die positiven Erfahrungen herumsprechen und dieser Frauenselbstverteidigungskurs zu einem ständigen Angebot in muslimischen Gemeinden wird. „Wir werden es auch bundesweit bekannt machen, dass wir diesen Weg für einen besseren Dialog gegangen sind“, so Müllenbach gegenüber der Lokalzeitung.
Weiter heißt es in der Saarbrücker Zeitung: „Am Anfang gab es bei den männlichen Mitgliedern unserer Gemeinde schon Missverständnisse, als es hieß, es kommen Männer, die mit der jeweiligen Frau kämpfen“, sagt Abdel-Rahim Ahmad, der sich zusammen mit Mohamed El Kawash für die Durchführung des Kurses in der Gemeinde einsetzte. „Es ging auch darum, dass die Frauen keine Angst vor der Polizei haben sollen und die Hemmschwelle im Kontakt mit den Beamten abgebaut wird,“ erklärt Ahmad. Hauptkommissar Harald Groß von der Wohnortdienststelle, die das Projekt begleitete bestätigt diesen Aspekt: „Es ist wichtig, dass sie ein anderes Bild von uns gewinnen, die Polizei als Partner betrachten und keine Angst haben, wenn sie Opfer einer Gewalttat werden, diese anzuzeigen.“

Vor ein paar Tagen erst hat die D.I.T.I.B., die Türkische Gemeinde in Berlin gemeinsam mit der Polizei in die „Sehitlik-Moschee“ in Berlin-Neukölln das Thema Gewalt auf die Tagesordung gesetzt. Der Imam der Moschee thematisierte im Rahmen des Freitagsgebetes die Gewalt in der Gesellschaft, insbesondere bei Raubtaten. Die Netzwerkinitiative "Stopp Tokat" errichtete zudem einen Informationsstand. Bei Gesprächen mit den Gemeindemitgliedern verteilten sowohl Muslime als auch Polizeibeamte Informationsblätter dazu.

Der Startschuss dieser Aktionen könnte die vom Landeskriminalamt NRW (LKA NRW), dem Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. (ZMD) und die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) erste landesweite Fachtagung: „Gemeinsam für Vertrauen – gemeinsam gegen Extremismus und Gewalt“ vor einem Jahr gewesen sein (siehe link unten)

Diese Fachtagung war als Impulsveranstaltung für die örtlichen Polizeibehörden und Moscheevereine im Lande Nordrhein-Westfalen gedacht im Rahmen der 2005 begonnenen vertrauensbildenden Maßnahmen zwischen den Sicherheitsbehörden und muslimischen Organisationen in Bund und Ländern.




Lesen Sie dazu auch:

    -„Gemeinsam für Vertrauen – gemeinsam gegen Extremismus und Gewalt“ Fachtagung
        -> (http://islam.de/8324.php)

    - Zu den extremistischen Internetseiten und wie sich die Muslime davor schützen können
        -> (http://islam.de/7669.php)