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Leserbriefe

Donnerstag, 28.08.2008



Andreas Briese schrieb:
Leserbrief zu "Heftiger Glaubenskrieg in Bayern entbrannt - Sind Staat und Kirche eigentlich getrennt?"

Für mein Empfinden ist es unglaublich, daß in Deutschland an den unsäglichen Staatsverträgen mit der katholischen Kirche festgehalten wir. Die sind ja nicht mehr wirklich zeitgemäß. Die katholische Kirche vertritt in Deutschland nur noch eine Religionsgemeinschaft neben anderen. Weshalb sollte also eine Religionsgemeinschaft gegenüber den anderen eine Vorrangstellung haben?
Das ist für mich nicht einzusehen.

Es mag ja noch angehen, daß die Mitgliedsbeiträge(genannt Kirchensteuer) sowie Spenden an die Kirchen (und andere Religionsgemeinschaften) steuerlich geltent gemacht werden können. Aber Würdenträger einer Religionsgemeinschaft müssen nicht zwingend von der Allgemeinheit unmittelbar getragen werden. Die katholische Kirche sollte für die Gehälter ihrer Würdenträger unbedingt selbst aufkommen. Schließlich ist Deutschland kein katholischer Staat. Und die vermeintlich christlich-abendländischen Werte sind auch nur eine Farce.

Viele Werte, die heute gelten, wurden gegen den Widerstand insbesondere der katholischen Kirche Teil unseres Denkens. Darüber hinaus haben auch Werte anderer Religionen, z.B. des Judentums, des Islam oder des Buddhismus, ihren Einfluss auf die christlich-abendländischen Werte genommen.
Auch Atheisten sind im übrigen nicht wertefrei. Schließlich sein auch noch darauf hingewiesen, daß das Christentum nicht eine originär europäische Religion ist, die wir hier schon seit Anbeginn der Zeit haben. Es mag zwar sein, daß die Zeit des Christentums in Europa zwar nicht abgelaufen ist. Abgelaufen ist aber zumindest die Zeit, in der das Christentum bzw. die katholische Kirche die einzige wertgebende Instanz in Deutschland war.