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Dienstag, 20.11.2007

Kultur und Glaubenspraxis muslimischer Patienten: Neues Wissensportal für Gesundheitsberufe

www.kultur-gesundheit.de bietet Hilfestellung bei kulturbedingten Konflikten - Bessere medizinische Versorgung von Muslimen angestrebt

In der Medizin gehören Begegnungen mit Patienten aus anderen Kulturen zur alltäglichen Praxis. Oft sind diese Begegnungen jedoch durch sprachliche und kulturelle Barrieren erschwert, die medizinisches Entscheiden und Handeln vor neue Herausforderungen stellen. Je größer die Barrieren zwischen einem Patienten und dem behandelnden Arzt und Pflegepersonal sind, desto komplizierter werden die Probleme in der medizinischen Praxis. Dies ist zum Beispiel häufig im Umgang mit muslimischen Patienten der Fall. Ein neues Wissensportal zum Thema Kultur und Gesundheit - entwickelt am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz - bietet nun die Möglichkeit, sich über Fragen der Kultur und Glaubenspraxis muslimischer Patienten zu informieren. Die Internetseite entstand im Rahmen des Projekts "Informations- und Beratungsangebote zur verbesserten Versorgung von Muslimen im deutschen Gesundheitswesen", das durch die Robert Bosch Stiftung gefördert wurde.

"Das Thema Kultur wird leider in der medizinischen Aus- und Fortbildung in seiner medizinischen und ethischen Bedeutung kaum gebührend berücksichtigt", sagt Dr. Dr. Ilhan Ilkilic vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. "Die Vermittlung von Grundkenntnissen über die Glaubenspraxis und Wertvorstellungen muslimischer Patienten kann deswegen eine bessere Orientierung im Umgang mit diesen Patienten ermöglichen und somit deren pflegerische und medizinische Versorgung verbessern." Der Projektleiter des neuen Wissensportals http://www.kultur-gesundheit.de weist darauf hin, dass in Deutschland rund 3,4 Millionen Muslime leben und medizinisch betreut werden.

Fragen, die sich aus potentiellen Konfliktfeldern und Informationslücken ergeben und die auf der Internetseite behandelt werden, sind beispielsweise:
- Was bedeutet Kultur für die medizinische Praxis?
- Was ist im Umgang mit muslimischen Patienten wichtig?
- Welche Rolle spielen Glaube und religiöse Praxis bei der Behandlung muslimischer Patienten?
- Was bedeuten Sterben und Tod für Muslime und wie sieht die Sterbebegleitung aus?
- Welche Meinungen gibt es in der islamischen Welt zu den Themen Hirntod, Organtransplantation, In-vitro-Fertilisation, Präimplantationsdiagnostik, Pränataldiagnostik, Stammzellforschung, Obduktion, aktive und passive Sterbehilfe?
- Welche Institutionen gibt es in Deutschland im Bereich Kultur und Gesundheit?

Die Internetseite http://www.kultur-gesundheit.de - online seit September 2007 - bietet Medizinern, Pflegepersonal und Multiplikatoren, aber auch interessierten Laien die Möglichkeit, sich über diese und andere Fragestellungen zu informieren. Sie führt darüber hinaus Adressen und Tätigkeitsbereiche wichtiger Institutionen zum Thema Kultur und Gesundheit auf sowie Fallbeispiele aus dem medizinischen Alltag. Schließlich bieten wichtige E-Health-Seiten für Muslime medizinische Informationen in ihren Muttersprachen. Eine fachspezifische Datenbank ermöglicht Fachleuten und interessierten Laien eine detaillierte und umfassende Literaturrecherche.

Kontakt und Informationen:
Univ. Prof. Dr. Norbert Paul, M.A. (Institutsleiter)
Dr. Dr. Ilhan Ilkilic, M.A. (Projektleiter)
Dr. Abdullah Takim, M.A. (Wiss. Mitarbeiter)
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
Am Pulverturm 13, 55131 Mainz
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel +49 6131 39-37343, Fax +49 6131 39-36682
E-Mail : ilkilic@uni-mainz.de




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        -> (http://www.kultur-gesundheit.de)