Newsnational Montag, 19.02.2007 |  Drucken

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Bitte kein Ettikettenschwindel beim "Wort zum Freitag"!

ZDF soll Muslime beteiligen - Zentralrat der Muslime in Deutschland erwartet positive Auswirkungen für die Gesellshaft

Berlin - Die deutschen Muslime wollen das vom ZDF geplante „Wort zum Freitag“ selbst gestalten. „Wir gehen davon aus, dass das Wort zum Freitag redaktionell bei den Muslimen liegt, so wie dies für die Kirchen beim ’Wort zum Sonntag’ längst gilt“, sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, dem Tagesspiegel. „Alles andere wäre Etikettenschwindel.“

Man begrüße „ausdrücklich die Initiative des Zentralrats der Juden, auch ein Wort zum Sabbat einzurichten, zumal die Juden im Gegensatz zu den Muslimen schon als Körperschaft des öffentlichen Rechts in den Rundfunkräten vertreten sind.“ Auch für ein Wort zum Wochenende, das Vizepräsident Salomon Korn angeregt hatte, sei man offen: „Entweder man stellt das Konzept ganz neu zur Debatte oder man lässt das Grundgesetz sprechen, was bedeutet: gleiches Recht für alle.“

Mazyek kritisierte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, der das neue „Wort zum Freitag“ ein Element der Auseinandersetzung mit dem Islam genannt hatte. „Die Auseinandersetzung mit dem Islam hat eher etwas auf der Talkcouch von Maybrit Illner zu suchen oder auf Phoenix“, sagte Mazyek, der zugleich Verständnis dafür äußerte, dass die Fernsehintendanten sich mit der Frage schwer tun.

Die Beteiligung der Muslime sei aber nicht nur „recht und billig“, sondern auch gesellschaftlich positiv: „Eine von Muslimen gestaltete Sendung könnte den Kontext Islam-Gewalt durchbrechen, sie nähme aber auch jene Muslime in die Verantwortung, die sich lieber schmollend in die Ecke zurückziehen, statt ihren Anteil an der Mediengesellschaft zu gestalten.“ (Aus:Tagesspiegel von heute)



Lesen Sie dazu auch:
Bekir Alboga (DITIB) hat die Pläne des ZDF begrüßt und den neu geschaffenen Koordinierungsrat der Muslime (KRM) für die Kommission vorgeschlagen
Islambild bei ARD/ZDF - Neue Studie

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