Newsnational Freitag, 12.05.2006 |  Drucken

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Belgiens Ministerpräsident: „Keiner kann mehr ignorieren, wohin rechte Gedanken führen“ – Rechtsradikaler mordet in Antwerpen

Nazi erschießt Schwarzafrikanerin und Kind – Türkin schwer verletzt. Antwerpen wird Austragungsort rechtsradikaler Verbrechen.

Ein Rechtsradikaler Belgier hat in Antwerpen eine Afrikanerin und ein zweijähriges Mädchen weißer Hautfarbe am helllichten Tag erschossen. Polizei und Regierung sprachen am Donnerstag von einem eindeutig rechtsradikalen Hintergrund.

Der Täter hatte zuvor eine türkischstämmige Frau angeschossen und schwer verletzt. Die Frau hatte auf einer Parkbank ein Buch gelesen. Anschließend schoss er auf die Afrikanerin und das Baby. Die Frau war als Babysitterin mit dem zwei Jahre alten Kind unterwegs. Beide erlagen noch am Tatort den Verletzungen.

Er sei dabei völlig ruhig geblieben, so Augenzeugen. Der Skinhead wurde von einem Polizist durch einen Bauchschuss gestoppt und liegt seitdem unter Bewachung in einem Krankenhaus. Der Täter war bisher der Polizei nicht aufgefallen.


Ministerpräsident verurteilt die Tat

Die Staatsanwaltschaft sprach von einem rassistischen Hintergrund der Bluttat. Nach Behördenangaben vertrat der Täter offenbar rechtsradikale politische Ansichten. Ministerpräsident Guy Verhofstadt erklärte: "Diese schrecklichen und feigen Verbrechen sind eine Form von extremem Rassismus.". „Keiner kann mehr ignorieren, wohin rechte Gedanken führen“, so Verhofstadt. Es müsse verhindert werden, dass die Gesellschaft in eine Gewaltspirale gerät. Belgien sei eine offene Gesellschaft und müsse dies bleiben, so der Ministerpräsident.


Zuspruch für rechte Partei in Antwerpen

Erst am vergangenen Wochenende war in einer anderen nordbelgischen Stadt, in Brügge, ein dunkelhäutiger Franzose zusammengeschlagen worden. Der Mann liegt im Koma.
Die Hafenstadt Antwerpen gilt als eine Hochburg der offen ausländerfeindlichen Partei Vlaams Belang. Bei der vergangenen Kommunalwahl holte die Partei, die damals noch als Vlaams Blok firmierte, ein Drittel der Stimmen.





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