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Montag, 27.02.2006

US-Kirchen haben sich für den Irak-Krieg entschuldigt und eine Mitverantwortung übernommen

"Wir gestehen mit Scham den Missbrauch ein, der in unserem Namen verübt wurde."

Die Konferenz US-amerikanischer Kirchen im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) hat sich in einem offenen Brief an die 9. ÖRK-Vollversammlung für den Irak-Krieg entschuldigt und eine Mitverantwortung übernommen.

"Wir bekennen, dass wir unsere Stimme nicht laut und ausdauernd genug erhoben haben, um unsere Führer von diesem Weg des Präventiv-Krieges abzuhalten", heißt es in der am Samstag, 18. Februar in Porto Alegre verlesenen Erklärung von 34 in der Konferenz zusammen geschlossenen Kirchen. "Die Vollversammlung des ÖRK ist eine einzigartige Gelegenheit, sich in dieser Weise zu äußern", sagte Pastor John Thomas, der Präsident der United Church of Christ vor Journalisten.
Die USA habe in den Jahren seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 die "Familie der Menschheit gefährdet und die Schöpfung missbraucht", schreiben die Vertreter der Konferenz. "Wir beklagen mit besonderem Schmerz den Krieg im Irak", der auf der Basis von Täuschungen ausgelöst worden sei und universelle Normen der Gerechtigkeit und der Menschenrechte verletzt habe. "Wir gestehen mit Scham den Missbrauch ein, der in unserem Namen verübt wurde."

In dem Brief danken die Vertreter der Konferenz den Delegierten der ÖRK-Vollversammlung für Zeichen der Solidarität nach den Anschlägen vom 11. September 2001. "Eure seelsorgerlichen Worte, eure Gaben und eure Gebete haben uns unterstützt und uns daran erinnert, dass wir nicht allein sind." Aber die Vereinigten Staaten hätten darauf geantwortet, indem sie "Terror auf die wahrhaft Verwundbaren unter unseren globalen Nachbarn herabsandten".