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Leserbriefe

Donnerstag, 09.02.2006



Karin Schleicher schrieb:
Kraikaturstreit: Kollektiv radikaler Verlierer entwickelt

Da der Normalo-Westler Ich-bezogen ist, denkt er auch automatisch der Zentrum von allem Wissen,Weisheit einfach allem zu sein.Die Worte die er von sich gibt, sind zusammengetragen von überall und ist auch nie müde diese leeren Phrasen ohne Pause wie ein Papagei von sich zu geben.Er hört sich selbt gerne reden und argumentieren warum seine Kultur,Religion,Überzeugung die Beste ist und kann trotzdem sich nicht die Leere in sich selbst erklären und auch nicht warum er trotz dieser Supereigenschaften unglücklich ist.[/QUOTE]
Im Gegensatz dazu erscheint es mir geradezu vorzugswürdig vor einer Kultur zu Kreuze zu kriechen, die sich mit westlichen Konsumgütern trophäengleich schmückt, den Materialismus der westlichen Welt wohl so exhaustiv verinnerlicht hat wie es selbst den Ungläubigen nicht vergönnt ist und mit dem repetieren von Koransuren auf Erkenntnisgewinn hofft.
Diese Art von ,,wissenschaftlicher'' Erkenntnis betrieb die westliche Welt, dass muss man ja mal eigestehen, immerhin bis zur Zeit der Aufklärung, also bis vor ein paar Jahrhunderten, danach nicht mehr. Die so oft bescholtene Sinnleere sollte wohl kaum von einer Kultur ins Felde geführt werden, die sich auf ihre Religiösität reduziert und bei jedem Infragestellen selbiger, sei es durch die schriftstellerische Arbeit ihrer Landsleute oder durch eine dänische Karikatur, mit Mordbrennerei droht, frei nach der Devise ,,après moi le déluge''(Victor Hugo).
Diese Allergie jedweder Kritik gegenüber ist wohl nur noch mit der Haltung der Kirche während der Inquisition zu vergleichen, welcher die westliche Welt ja nun zum Glück auch schon seit längerer Zeit abgeschworen hat.
Die Praxis, eigene Unzulänglichkeiten durch übertriebenes Festhalten an religiösen Werten zu kompensieren, scheint sich dagegen unter dem Halbmond zu einem regelrechten Volkssport entwickelt zu haben.
Die islamische Welt, inländische Parallelgesellschaften eingeschlossen, hat sich offensichtlich, wie es Hans-Magnus Enzensberger in seinem ausgezeichneten Essay beschreibt(lesen!), zu einem Kollektiv radikaler Verlierer entwickelt. Ich würde sogar behaupten schlechter Verlierer.