Newsinternational Montag, 30.01.2006 |  Drucken

Dänemark: Wegen Verletzung religiöser Gefühle will nach Saudi Arabien auch Kuweit und Lybien ihre Botschaften in Kopenhagen schliessen - Boykott dänischer Produkte

Muslime erhöhen Druck auf die dänische Regierung - Entschuldigung gefordert.

Der Druck aus islamischen Ländern auf die dänische Regierung und Medien wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen hat sich am Wochenende massiv verstärkt. Nach Saudi-Arabien wollen nun auch Kuwait und Libyen ihre Botschafter abziehen.

Die Regierung von Kuwait kündigte diesen Schritt nach Angaben aus Kopenhagen für kommende Woche an. Auch Libyen will seine Botschaft in Kopenhagen schliessen.

Dies erfolge wegen «andauernden Beleidigungen des Propheten Mohammed in den dänischen Medien und des Versagens der dänischen Behörden», hiess es in einer Stellungnahme des Aussenministeriums in Tripolis. Darin wurden auch «wirtschaftliche Massnahmen» angedroht.

Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) forderte eine Entschuldigung der dänischen Regierung. Sie habe die Veröffentlichung der Karikaturen im September weder verhindert noch eindeutig verurteilt.

Auch die syrische und die iranische Regierung verurteilten die Karikaturen am Sonntag in scharfer Form. In Saudi-Arabien nahmen einige Supermarktketten aus Protest alle dänischen Produkte aus ihren Regalen.

Die Darstellung Gottes oder des Propheten Mohammed ist im Islam nicht erlaubt. Die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» hatte im vergangenen September trotzdem elf Karikaturen Mohammeds veröffentlicht.

«Jyllands-Posten» veröffentlichte am Wochenende auch auf Arabisch eine Erklärung, wonach man die Verletzung religiöser Gefühle von Menschen bedaure. Dies sei nicht die Absicht bei der Veröffentlichung der Zeichnungen gewesen. Die Erklärung enthielt aber keine Entschuldigung.

Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hat die Veröffentlichung stets verteidigt und als Ausdruck des dänischen Sinns für Direktheit und Humor bezeichnet.



Lesen Sie dazu auch:
Wie alles begang: Karikatur des Propheten Mohammad - Provokation als Strategie. VON HANNES GAMILLSCHEG

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