Newsinternational Donnerstag, 26.09.2002 |  Drucken

Der ganz "normale" Alltag im "Noch-Palästina"

Sippenhaft - Tägliche Sprengung von Wohnhäusern und Nichteinhaltung von UNO-Resolutionen

Jerusalem - Die israelischen Streitkräfte haben drei weitere Wohnhäuser mutmaßlicher palästinensischer Terroristen in die Luft gesprengt. Außenminister Schimon Peres kündigte an, entgegen der internationalen Appelle die Belagerung des Amtssitzes des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat fortsetzen zu wollen.

Der im Amtssitz Arafats verschanzte palästinensische Geheimdienstchef Tafik Tirawi erklärte, er werde unter keinen Umständen kapitulieren. Tirawi sagte der Tageszeitung "Maariv": "Jassir Arafat und ich werden bis zur letzten Minute kämpfen."

Wie Augenzeugen mitteilten, wurde auch das Haus des Hamas-Führers in´Hebron, Abdel Chaled Natsche, gesprengt. Die Soldaten hätten dessen Familie zehn Minuten Zeit gegeben, ihre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen. Ebenfalls in Hebron zerstörten die Streitkräfte das Haus des flüchtigen Führers der Organisation Islamischer Dschihad, Diab Schweiki. In der nahe gelegenen Ortschaft Dura wurde das dreistöckige Haus zweier Mitglieder der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden in die Luft gesprengt.

Jüdische Siedler gaben unterdessen die Gründung einer neuen Ortschaft im Herzen des Westjordanlandes bekannt. Wie Siedlerführer Nati Jisraelis mitteilte, wurde nahe der palästinensischen Stadt Nablus der Ort Rehalim mit 14 Häusern errichtet, in denen insgesamt fast 100 Bewohner untergebracht werden sollten. Acht Familien seien bereits eingezogen, 16 weitere sollten folgen.

Der palästinensische Kabinettsminister Sajeb Erakat verurteilte die Gründung der Siedlung und kündigte Protestschreiben an die USA und europäische Staaten an. Die israelische Regierung hatte erklärt, zwar bestehende jüdische Siedlungen in den palästinensischen Gebieten erweitern, jedoch keine neuen errichten zu wollen





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