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Donnerstag, 18.02.2021

Helfer: Situation der Rohingya in Bangladesch immer auswegloser

Vor allem für Kinder und Frauen sei die Situation hochgefährlich

Die Situation der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch wird nach Angaben der SOS-Kinderdörfer immer auswegloser. Um der Überfüllung des Lagers in der Stadt Cox's Bazar entgegenzuwirken, habe die Regierung wiederholt mehrere tausend Menschen auf eine unbewohnte Insel umgesiedelt, darunter zahlreiche Kinder. "Ihre Lage wird dadurch nur noch schlimmer", sagte die Leiterin der Hilfsorganisation in Asien, Shubha Murthi, am Donnerstag. Die Gefahr sei groß, dass die Insel Bhasan Char bei Unwetter überflutet würde. Es mehrten sich außerdem die Anzeichen, dass die Menschen gegen ihren Willen dorthin gebracht würden. Insgesamt seien bereits über 10.000 Rohingya auf der Insel, nach Plänen der Regierung sollen es bis zu 100.000 werden.




Doch auch in dem Lager in Cox's Bazar seien die Verhältnisse desaströs, wie die Organisation in München mitteilte. Das Lager gilt als eines der größten der Welt. "Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal und machen es dem Coronavirus und anderen Infektionskrankheiten leicht, sich zu verbreiten. Gewalt, Drogen und Menschenhandel nehmen ebenso zu wie Kinderarbeit und Kinderehen. Aufgrund der hohen Anspannung und der Enge kommt es außerdem immer öfter zu Fällen von häuslicher Gewalt", sagte Shubha Murthi.

Vor allem für Kinder und Frauen sei die Situation hochgefährlich. "Es fehlt an Kinderschutz, es fehlt an Bildungseinrichtungen, es fehlt an allem", betonte Murthi. Hilfsorganisationen stünden vor einer kaum zu bewältigenden Aufgabe. Oberstes Gebot müsse es sein, eine menschenwürdige Lösung zu finden.

1,1 Millionen Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya waren laut Kinderdörfer 2017 vor Gewalt der Armee von Myanmar nach Bangladesch geflohen.