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Montag, 11.01.2021


Fast 80 Tote nach Terroranschlägen auf zwei Dörfer in Niger

Afrika kommt nicht zur Ruhe - Keine Mehrheit bei Wahlen lässt Bevölkerung unsicher und wird von Terrorgruppen ausgenutzt

Niamey Im Niger sind bei zwei Terroranschlägen in den Dörfern Tchombangou und Zaroumdareye am Samstag offenbar mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Viele weitere wurden verletzt. Die Orte befinden sich in der Region Tillaberi, die an Mali und Burkina Faso grenzt.

Augenzeugen zufolge kamen die Angreifer auf Mopeds und ermordeten in Tchombangou 49 und in Zaroumdareye 30 Personen. Es heißt, dass der Angriff ein Akt der Vergeltung gewesen sei.

Bisher hat sich noch keine Terrorgruppe zu den Anschlägen geäußert. Vergangenes Jahr starben in Tillaberi bei einem Angriff bereits 20 Personen. Auch wurden zehn Mitarbeiter der nichtstaatlichen Organisation "Aktion und Programm im Sahel" (APIS) entführt. Auf malischer Seite starben erst am Montag drei französische Soldaten, als bei Hombori ein Sprengsatz explodierte.

Die Anschläge sind wenige Stunden nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse vom 27. Dezember erfolgt. Da kein Kandidat laut Wahlkommission die absolute Mehrheit erreicht hat, kommt es am 20. Februar zu einer Stichwahl zwischen Mohamed Bazoum (39,3 Prozent) und Mahamane Ousmane (17,0 Prozent). Der 61-jährige Bazoum, der bereits Außen- und Innenminister war, galt schon im Vorfeld als aussichtsreichster Bewerber. Die Sicherheit am Wahltag war seit Monaten öffentlich diskutiert worden.