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Dienstag, 15.09.2020


"Free Palastine" - Demo gegen die Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen von Israel gegenüber Palästina

Palästinensische Christen kritisieren US-Bischof - Friedensverhandlungen müssen mit den Palästinensern beginnen

"Wahrer Friede liegt in den Händen Israels und der Anerkennung eines palästinensischen Staates"

Bethlehem/Jerusalem Die Haltung von US-Bischof David Malloy zum Friedensabkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sorgt für Kritik palästinensischer Christen. "Menschen, die glauben, dass jedwede gegenseitige Anerkennung zwischen einem arabischen Land und dem Staat Israel einen Schritt in Richtung Frieden darstellt, irren sich", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief der palästinensisch-christlichen Initiative "Kairos-Palästina" an den Vorsitzenden des US-Bischofskomitees für Internationale Gerechtigkeit und Frieden.

Die Unterzeichner, darunter der emeritierte Lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, und der frühere lutherische Pastor von Bethlehem, Mitri Raheb, beziehen sich auf eine Stellungnahme Malloys vom 13. August. Darin äußert der Bischof von Rockford im US-Bundesstaat Illinois die Hoffnung, das Abkommen werde den Frieden voranbringen.

Kairos-Palästina bezeichnet den von Isarel und den Emiraten eingeschlagenen Weg als falsch. Der Aufbau von Friedensbeziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten müsse "mit der Beendigung der israelischen Besatzung und der Gewährung der Rechte der Palästinenser, einschließlich des Rechts auf Selbstbestimmung" beginnen, heißt es in der Stellungnahme. Ein richtiger Schritt in Richtung Frieden wäre es, "wenn dieses Abkommen von der Lösung des Kerns des Konflikts begleitet würde: der israelischen militärischen Besetzung des palästinensischen Landes".


Al-Aqsa Moschee auf dem Al-Quds in Palästina
Die Unterzeichner warnen Malloy vor dem Trugschluss, das Abkommen habe Israels Pläne zur Annektierung besetzten palästinensischen Landes beendet

Wahrer Friede beginne nicht mit dem Abschluss von Friedensabkommen mit arabischen Ländern, sondern müsse mit den Palästinensern beginnen, so die Forderung. Dieser liege in den Händen Israels und der Anerkennung eines palästinensischen Staates.

Die Unterzeichner warnen Malloy vor dem Trugschluss, das Abkommen habe Israels Pläne zur Annektierung besetzten palästinensischen Landes beendet. Vor Ort sei diese "Tag für Tag ein fortlaufender Prozess". Ferner habe Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu selbst erklärt, dass die Annektierung nur verschoben wurde.

Die Initiative wiederholte zudem ihre Ablehnung des Nahostplans von US-Präsident Donald Trump als "Fortsetzung der langen Ungerechtigkeit, die die Israelis dem palästinensischen Volk auferlegt haben". Sie fordern die Kirchen dazu auf, sich an die Seite der Armen zu stellen und bei den jeweiligen Regierungen dafür einzusetzen, "dass diese anhaltende Tragödie der Völker des Heiligen Landes beendet wird".