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Donnerstag, 30.07.2020


ZMD zur vorzeitigen Auflösung der Beratungsstelle "Religion und Außenpolitik" im Auswärtigen Amt

"Diese rufmordähnliche Kampagne, die politisch motiviert und ehrverletzend ist, weisen wir aufs Schärfste zurück.", so Mazyek.

Berlin In der Causa Nurhan Soykan, der stellvertretenden Vorsitzenden des ZMD, und ihrer seit 20. Juli angenommenen Stelle als Beraterin im Team "Religion und Außenpolitik", kommt es zu einem vorzeitigen Aussetzung der Beratungsstelle des Auswärtigen Amtes.
In der letzten Woche gab es vermehrt persönliche Angriffe gegen Frau Soykan mit beispielsweise Vorwürfen von Antisemitismus aus Politik und Öffentlichkeit.

In der heutigen Pressemitteilung des ZMD nahm der ZMD hierzu Stellung:

"Die Entscheidung des Auswärtigen Amtes das Projekt „Religion und Außenpolitik“ ruhen zu lassen bedauern wir sehr und heißen diese nicht gut. Schließlich rührt sie aus den persönlichen Attacken auf unsere Stellvertretende Vorsitzende des ZMD, Nurhan Soykan, die in den letzten Tagen mit haltlosen Vorwürfen und Mutmaßungen (angeblich soll sie sich antisemitisch, nationalistisch positioniert haben oder zur Vernichtung Israels aufgerufen haben) konfrontiert wurde. Diese rufmordähnliche Kampagne, die politisch motiviert und ehrverletzend ist, weisen wir aufs Schärfste zurück. Wir verurteilen diese Einschüchterungsversuche, die letztlich darauf abzielen, die Stimme von Frau Soykan und die des ZMD insgesamt mundtot zu machen.

Viele Muslime sahen in der Berufung ein Zeichen der Wertschätzung von Frau Soykan als Frau und als Muslima

In der Berufung von Frau Soykan sahen viele Muslime in unserem Land ein Zeichen der Wertschätzung als Frau und als Muslima, der durch unseren Staat - in dem Fall das Außenamt - eine Anerkennung und Würdigung findet, ganz zu schweigen der Anerkennung großer Verdienste von Frau Soykan selber. Dass eine Schmutzkampagne diesem integrativen, dem inneren Frieden dienenden und auf Stärkung unserer demokratischen Strukturen ausgelegten Ansinnen vorerst ein Ende bereitet, macht uns sehr betroffen." Mazyek machte zudem noch einmal deutlich, dass solche "Entwicklungen einhergehen mit immer mehr Anfeindungen und Angriffe gegen Muslime und ihre Einrichtungen und Moscheen, vermehrtem antimuslimischen Rassismus und Attacken bis hin zum Terror mit Toten oder expliziten Morddrohungen beispielsweise jüngst wieder gegen den ZMD-Vorsitzenden und seine Familie."

Der Vorsitzende des ZMD erhielt allein seit 2018 drei Mordbriefe mit dem Absender "NSU 2.0", die sich auch gegen seine Familie und Freunde richteten.

ZMD berät sich mit Gremien und Religionsgemeinschaften wie in Deutschland zukünftig agiert werden kann

Abschließend heißt es in der Pressemitteilung: "Der Vorstand wird im Folgenden mit seinen Gremien, den weiteren muslimischen Religionsgemeinschaften und nicht zuletzt den Freunden und Partnern in Politik und Gesellschaft darüber beraten, wie angesichts dieser ständigen Diskreditierungen gegenüber muslimischen Vertretungen, der gefährlichen Sicherheitslage und bedrohlichen Stimmung in unserem Land angemessen religionsgemeinschaftlich agiert werden kann."