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Mittwoch, 15.07.2020


Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)

Rassismusforschung in Deutschland wird gestärkt

Der Bundestag beauftragt das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) damit, einen Rassismus-Monitor zu erstellen - ZMD begrüsst dies als notwendigen Schritt, "weitere müssen folgen"

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) erhält in diesem Jahr zusätzliche drei Millionen Euro, um Rassismus wie den antimuslimischen Rassismus in Deutschland zu untersuchen, in den beiden kommenden Jahren sollen noch einmal jeweils drei Millionen Euro hinzukommen. Dies hat der Deutsche Bundestag in dieser Woche beschlossen.

In der Pressemitteilung vom 03.07.2020 des DeZIM-Institus heißt es, man könne durch diese Förderung seine „Forschung zum Thema Rassismus und Diskriminierung ausbauen, repräsentative Daten erheben und Konzepte für mögliche Gegenmaßnahmen entwickeln.“ Ziel sei es, einen „Rassismus-Monitor“ zu erstellen. Eine wiederkehrende repräsentative Bevölkerungsbefragung ermittle, wie verbreitet rassistische Vorurteile und Ressentiments in der Bevölkerung sind und welche Ursachen diese haben. Diese Erkenntnisse seien „wichtig“, um Rassismus in der Gesellschaft vorzubeugen und ihm entgegenzuwirken.

„In Deutschland fehlen insbesondere Daten dazu, wie sich Rassismus auf Betroffene auswirkt“, sagt Dr. Yasemin Shooman, die Wissenschaftliche Geschäftsführerin des DeZIM-Instituts. „Das DeZIM-Institu kann, aufgrund seiner methodischen Expertise in der Befragung solcher Gruppen, helfen, hier eine wesentliche Forschungslücke zu schließen. Es ist wichtig zu wissen, wie Menschen, die von Rassismus und Diskriminierung betroffen sind, mit diesen Erlebnissen und Erfahrungen umgehen. Nur so lassen sich Angebote und Maßnahmen entwickeln, um Betroffene zu unterstützen oder zu empowern.“


Dr. Yasemin Shooman, Historikerin und Wissenschaftliche Geschäftsführerin des DeZIM-Instituts
Ein Rassismus-Monitor soll erstellt werden

Der ZMD unterstützt die Initiative des Bundes mehr Mittel für die Aufarbeitung und Erfassung von Rassismus darunter auch die Muslimfeindlichkeit und den antimuslimischen Rassismus zur Verfügung zu stellen.

Hierzu sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek: "Das ständige Erinnern und Mahnen scheint erste Früchte zu tragen. Dies ist eine wichtige und demokratie-stabilisierende und erhaltende Maßnahme gegen den Rassismus und die Muslimfeindlichkeit in Deutschland."

Gerade nach den Anschlägen von Hanau und Halle und dem sich ausbreitenden antimuslimischen Rassismus und Muslimfeindlichkeit in der Gesellschaft, sei dies ein „wichtiges Signal“ und eine „effektive Möglichkeit“ dem Rassismus und der Menschenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft Einhalt zu gebieten.