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Montag, 27.01.2020


Österreichs bekannter Kardinal kritisiert geplantes Kopftuchverbot

Trotz verstärktem Rechtsruck setzt sich Kardinal Schönborn weiter für Religionsfreiheit ein - "Es muss möglich sein, verschiedene religiöse Zeichen in der Öffentlichkeit zu haben"

Wien (KNA) Kardinal Christoph Schönborn hat die Kirchenkritik am geplanten Kopftuchverbot in Österreich für Schülerinnen bis 14 Jahren bekräftigt. In einer pluralistischen Gesellschaft müsse es möglich sein, "verschiedene religiöse Zeichen in der Öffentlichkeit zu haben". Wo es damit verbundene "Fehlentwicklungen" gebe, könnten diese über den Weg der Bildung statt durch Verbote vermieden werden, sagte der Wiener Erzbischof am Samstag in der Ö1-Interviewreihe "Journal zu Gast". "Unser Akzent ist weniger das Verbieten, sondern das Erziehen", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

Bei der aktuellen von der österreichischen Regierung aufgeworfenen Debatte gehe es auch um die Sichtbarkeit religiöser Zeichen, erklärte Schönborn. "Wenn wir beginnen, solche religiösen Zeichen aus dem öffentlichen Raum auszuschließen, müssten wir unsere Landschaft ganz grundlegend verändern." Dies beträfe dann Kirchen oder Gipfelkreuze ebenso wie das Erscheinungsbild der Mitglieder aller in Österreich beheimateten Religionen.