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Montag, 16.12.2019

Studie: Religion ist für soziale Identität prägend

Wer religiöse Identität als äußerst wichtig ansieht, ist wesentlich häufiger gesellschaftlich engagiert (59 Prozent) als jemand dem es unwichtig ist

Leipzig (KNA) Religion ist in Deutschland und der Schweiz für soziale Identitäten eine prägende und strukturierende Größe. Das ergab eine am Mittwoch veröffentliche, repräsentative Umfrage der Universitäten Leipzig und Luzern. In Deutschland bewerten 57 Prozent der Bevölkerung die soziale Identität "Religion" als wichtig, in der Schweiz sind es 50 Prozent.

Das wirkt sich auch auf ehrenamtliches Engagement aus: Wer in Deutschland seine religiöse Identität als äußerst wichtig ansieht, ist wesentlich häufiger gesellschaftlich engagiert (59 Prozent) als jemand, dem dies völlig unwichtig ist (48 Prozent), so der Forschungsbericht "Konid Survey 2019". Zudem wünschen sich demnach in Deutschland 66 Prozent derer, die eine ausgeprägte religiöse Identität zeigen, auch einen interreligiösen Dialog.

Als bedenklich stuft der Leipziger Religionssoziologe und Mitautor der Studie, Gert Pickel, einen anderen Aspekt ein: "Die Frage, ob die Regeln und Werte der eigenen Religion 'im Konfliktfall', wie wir das formuliert haben, Vorrang vor der Verfassung haben sollen, bejahen in Deutschland 30 Prozent der Angehörigen von Freikirchen und 25 Prozent der Muslime, hingegen nur 10 Prozent der evangelischen und katholischen Christen." Das Ausmaß erfahrener religiöser Diskriminierung sei in beiden Ländern insgesamt moderat, treffe aber Mitglieder der Freikirchen und Muslime deutlich häufiger.