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Dienstag, 03.09.2019

Menschenrechtler fordern politischen Druck von Merkel in China

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgerufen, sich für die Menschenrechte in China einzusetzen

Göttingen - "Als Vorreiter des Konzepts der präventiven Schutzverantwortung muss sich Deutschland besonders dafür einsetzen, dass die chinesische Regierung von einer gewaltsamen Eskalation absieht", erklärte GfbV-Referent für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung Hanno Schedler am Montag in Göttingen. Die Regierung in Peking müsse sich auf Gespräche mit den Menschen in Hongkong einlassen, anstatt mit immer mehr Truppen eine Drohkulisse aufzubauen. Diese stünde einer friedlichen Lösung im Wege.

Zudem sind in der chinesischen Region Xinjiang laut GfbV-Angaben rund über 1,5 Millionen Uiguren, Kasachen und Kirgisen von der Regierung widerrechtlich festgesetzt. "Die internationale Gemeinschaft muss dieses Unrecht immer wieder ansprechen und sich dafür einsetzen, dass die Lager geschlossen werden", so Schedler.

Grund zur Sorge bestehe auch in der Region Tibet, hieß es. "Dort versucht die chinesische Regierung mit aller Macht, die Zahl der buddhistischen Nonnen und Mönche zu verringern", betonte Schedler. In den vergangenen drei Monaten seien etwa 3.500 von ihnen aus den Studienzentrum Yachen Gar in Sichuan verschleppt worden. "Die Christdemokratin Merkel sollte sich für ein Ende der religiösen Verfolgung im Land der Mitte stark machen, von der neben Buddhisten und Muslimen auch Christen zunehmend betroffen sind," forderte Schedler.

Am Donnerstag reist die Bundeskanzlerin zu einem dreitägigen Besuch nach China. Eine hochrangige Gruppe von Wirtschaftsvertretern wird sie dabei begleiten. Auf dem Terminkalender steht unter anderem ein Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Das Ende der Reise ist für Sonntag geplant.