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Freitag, 05.07.2019

Verschärfungen der Gesetze in den Straßen der Stadt Touba

Wegen Exzesse, Tänze und Konzerte wollen die Mouriden Verbote einfordern

Dakar/Cotonou (KNA) Die Stadt Touba im Senegal will künftig Fußball, Wrestling, Glücksspiele und Musik verbieten. Auch Alkohol, Tabak und Drogen sind weder in der Öffentlichkeit noch an privaten Orten erlaubt. Das gab der Kalif der Stadt, Serigne Mbacke Mountakha, bekannt, wie Radio France Internationale (RFI) am Donnerstag berichtete.

Touba liegt knapp 200 Kilometer östlich der senegalesischen Hauptstadt Dakar und ist die heilige Stadt der Mouriden. Sie sind eine der vier Sufi-Bruderschaften im Land und gelten als einflussreich. Es ist üblich, dass politische Spitzenkandidaten vor Wahlen nach Touba pilgern.

Mehr Einfluss nehmen wollen die Mouriden künftig auch auf Schulen und Koranschulen. Das betrifft Lerninhalte und Öffnungszeiten. Die Neuregelungen soll ein Komitee überwachen, das Sanktionen verhängen kann. Grund für die Verschärfungen sollen "Exzesse", Tänze und Konzerte gewesen sein.

Im Senegal bekennen sich gut 95 Prozent der 15 Millionen Einwohner zum Islam. Alkohol und Tabak sind jedoch mit Ausnahme von Touba in aller Regel erhältlich. Mit Leopold Sedar Senghor war Senegals erster Präsident nach der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 ein Katholik.