Newsnational Mittwoch, 05.06.2019 |  Drucken

Stellungnahme des ZMD zu dem umstrittenen Zugriff in Köln durch die Polizei

Bei einem Einsatz wurden Gläubige von Beamten der Kölner Polizei aufgehalten und fixiert. Grund hierfür waren angebliche Verdächtigungen und Hinweise aus der Bevölkerung

Der gestrige Zugriff der Kölner Polizei auf Muslime im Hauptbahnhof der Domstadt, die sich auf dem Weg zu ihren Feierlichkeiten aus Anlass des Endes des islamischen Fastenmonats Ramadan befanden, belegt, dass „rassistisches Profiling“ ein ernstzunehmendes Thema bleibt und erneut auf die Tagesordnung gehört.

Der Vorsitzende des ZMD Aiman Mazyek nimmt wie folgt Stellung dazu:

„Wir verurteilen das Vorgehen der Kölner Polizei und erwarten, dass Polizisten kulturell besser geschult und sensibilisiert werden und nicht in großer Aufgeregtheit auf einen wie auch immer intendierten Hinweis aus der Bevölkerung über ein angeblich „verdächtiges“ Verhalten von Menschen anderen Aussehens reagieren.

Ein Mindestmaß an Wissen über religionsspezifische Dinge, wie Feiertage und Traditionen, sollte auch bei der Polizei, der von großer Vielfalt geprägten und aufgeklärten Domstadt Köln vorhanden sein. Das würde viele Nerven und auch die Staatskasse schonen. Ich hoffe, dass die Polizei sich bei den Betroffenen in aller Form entschuldigt hat und sich selbstkritisch manch eigenen Vorurteilen und Bildern stellt und die richtigen Schlüsse aus dem gestrigen fehlgeleiteten Einsatz zieht.“

Der ZMD bietet der Kölner Polizei ausdrücklich an, mit den Kulturmittlern des ZMD´s zusammen, entsprechende Fortbildungen für Polizisten in Köln, aber auch bundesweit, zu veranstalten.

Berlin, 05. Juni 2019 / 02. Schawal 1440



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