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Montag, 01.04.2019

Islamkritiker arbeiten zunehmend für AFD

Die bloggende Biologin Sigrid Herrmann-Marschall wollte noch 2016 mit der AfD ausdrücklich nichts zu tun haben. Das sei ihr als SPD-Politikerin in Offenbach/Frankfurt sehr wichtig. Nun tritt sie als Sachverständige für die AfD-Fraktion im NRW-Landtag auf.  Wie kann das sein?

Auf Antrag der AfD-Fraktion hat der nordrhein-westfälische Landtag am 17.01.2019 zu einer Anhörung eingeladen. Anlass war der beim Land NRW eingegangene Antrag der Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde auf die Anerkennung als Körrperschaft des Öffentlichen Rechts (KdöR). Der Antrag ist nach Auffassung des renommierten Religionsrechtler Prof. Dr. Reiner Tillmanns stattzugeben, da er gängige verfassungsrechtliche Standards erfülle. Das sieht die AfD-Fraktion anders und bestellte ihrerseits Sachverständige, die ihren Ablehnungsantrag untermauern sollen.

Herrmann-Marschall: Sachverständige für die AfD

Erste Wahl war Jaklin Chatschadorian, Führungsmitglied der von der AfD gegründeten Desiderius-Erasmus-Stiftung. Nachdem diese verhindert war ist die Biologin und selbsternannte Islamexpertin Sigrid Herrmann-Marschall nachgerückt. Nach Aussage der AfD-Landtagsabgeordneten Gabriele Walger-Demolsky kennt Herrmann-Marschall die Einschätzung der eigentlichen Sachverständigen Chatschadorian und stimmt dieser zu. Entsprechend fiel die Einordnung seitens Herrmann-Marschall im Sinne des Ablehnungsantrages der AfD-Fraktion im Landtag aus, wie der AfD-freundliche Blog NRW.direkt berichtete. Doch die Berufung der SPD-Kommunalpolitikerin zu Gunsten der AfD-Fraktion erscheint verwunderlich. Denn Herrmann-Marschall hat sich bisher vehement gewehrt in AfD-nähe gebracht zu werden. Noch 2016 erklärte sie gegenüber der hessischen Depesche mit der AfD ausdrücklich nichts zu tun haben“ zu wollen.

Nun scheint sie der AfD näher dran zu sein als je zuvor, obwohl Teile der AfD inzwischen als radikal und extremistisch eingestuft und vom Bundesverfassungsschutz (BfV) beobachtet werden. Kontakte zu AfD-Größen

Die umstrittene Bloggerin gilt schon länger als AfD-nah. Insbesondere ihre Vernetzung mit Lutz Urbanczyk, einem der führenden AfD-Wahlkämpfer in Berlin, erzürnt nicht nur ihre sozialdemokratischen Parteikollegen. Urbanczyk ist bundesweit bekannt für seine Hasstiraden vor allem gegen Herrmann-Marschalls-Partei, die SPD. Für ihn sind führende Sozialdemokraten "Dreckschleuder" und die SPD eine "antideutsche Partei", die Deutsche zu einer Minderheit in einem "kriminellen Migrantenstaat" machen wolle.

Er verlangt: "Weg mit den Verrätern und die Einführung der Todesstrafe." Auch die Frankfurter Jusos sind auf ihre Parteikollegin nicht gut zu sprechen. Für sie sei Herrmann-Marschall eine "rechtspopulistische Sozialdemokratin", die "keinerlei differenzierte Haltung zum Islam zu haben scheint und in ihrem Blog Angst vor einer vermeintlichen "Islamisierung des Abendlandes" schürt. Diese dürften sich nach dieser zur Schau getragenen AfD-Nähe der Herrmann-Marschall bestätigt fühlen. Bleibt abzuwarten wie die leidtragende SPD auf die neue AfD-Verortung ihres Mitglieds Herrmann-Marschall reagiert.

Quelle: Wehrt den Hass