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Donnerstag, 15.11.2018

UN-Menschenrechtskommissarin: Rohingya nicht zurückschicken

Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat die Regierung Bangladeschs vor der Abschiebung von Rohingya-Flüchtlingen nach Myanmar gewarnt

Genf Die geplante Umsiedlung von mehr als 2.200 Rohingya in das Nachbarland, aus dem sie vertrieben wurden, verstoße gegen internationales Recht und riskiere das Leben und die Freiheit der Betroffenen, hieß es in einer am Dienstag in Genf veröffentlichten Erklärung des UN-Menschenrechtsbüros.

Das Büro erhalte fortlaufend Berichte über anhaltende Gewalt gegen die Rohingya im myanmarischen Bundesstaat Rakhine. Dazu zählten Tötungen, willkürliche Verhaftungen und Einschränkungen von Freiheit, Gesundheitsversorgung und Bildung. Den Angaben zufolge sind Hunderttausende Menschen in Rakhine vom harten Regiment der Armee betroffen.

Unter den Flüchtlingen in Bangladesch grassiere "Schrecken und Panik" angesichts der drohenden Rücksiedelung nach Myanmar. "Die Menschenrechtsverletzungen gegen die Rohingya in Myanmar zählen zu den schlimmsten Gräueltaten wie Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord", so Bachelet. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit dürften keinesfalls in diesen Zirkel der Gewalt zurückgeschickt werden.

Die Regierungen von Bangladesch und Myanmar hatten angekündigt, noch im November mit der Rückführung der Rohingya beginnen zu wollen. In den Flüchtlingslagern in Bangladesch macht sich laut Beobachtern seither Unruhe breit. Experten fürchten, dass es wie schon 2015 zu einer Massenflucht von Rohingya auf Booten über den Golf von Bengalen Richtung Malaysia kommen könnte. In dem mehrheitlich muslimischen Land halten sich nach UN-Angaben bereits mehr als 80.000 von ihnen auf.

Die Vereinten Nationen sprechen von einem Völkermord in Myanmar. 

KNA/Eigene