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Dienstag, 19.06.2018


Rund 450 Neonazis, davon die Hälfte mit Haftbefehl, sind untergetaucht

Linke: Die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus darf nicht zum Alibi dafür werden, die Bekämpfung von Neonazis zu vernachlässigen

Passau (KNA) Die Zahl untergetauchter rechtsextremer Straftäter ist laut einem Zeitungsbericht erstmals seit vier Jahren rückläufig. Ende März 2018 habe die Polizei bundesweit 594 Fahndungen nach 457 Neonazis registriert, berichtete die "Passauer Neue Presse" (Dienstag) unter Berufung auf eine Antwort des CSU-geführten Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion. Das seien 44 gesuchte Personen weniger als im September 2017; dies entspreche einem Rückgang um rund zehn Prozent. Zuvor sei die Zahl der gesuchten Neonazis seit 2014 stetig gewachsen, von damals 253 bis auf 501 vor einem halben Jahr.

Gegen 203 der gesuchten 457 Personen lag ein Haftbefehl wegen rechts motivierter Kriminalität vor, gegen die übrigen wegen anderer Delikte, wie es weiter hieß. Ein Viertel der flüchtigen Rechtsextremisten sei seit zwei Jahren oder länger abgetaucht. In den vergangenen sechs Monaten seien 379 Haftbefehle gegen Neonazis vollstreckt worden und 325 Haftbefehle neu hinzugekommen.

"Es ist ein Alarmsignal, wenn sich Hunderte zum Teil gewalttätige Neonazis ihrer Festnahme entziehen", sagte Ulla Jelpke der Zeitung. Die innenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion ergänzte: "Die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus darf nicht zum Alibi dafür werden, die Bekämpfung von Neonazis zu vernachlässigen."