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Sonntag, 27.05.2018

Integration von Muslimen in Deutschland macht deutliche Fortschritte

Seit den 1960er Jahren wächst die muslimische Bevölkerung in Westeuropa. In Deutschland leben rund 4,7 Millionen Muslime. Trotz gesellschaftlicher Spannungen macht die Integration deutliche Fortschritte. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des Religionsmonitors 2017.

Laut Bertelsmann Studie: die Integration muslimischer Einwanderer in Deutschland macht deutliche Fortschritte. Spätestens seit der zweiten Generation sind sie mehrheitlich in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Das zeigt der Religionsmonitor 2017, der Sprachkompetenz, Bildung, Teilhabe am Arbeitsleben und interreligiöse Kontakte von Muslimen in Westeuropa untersucht hat. Deutschland sehen die Forscher auf einem guten Weg, auch wenn Teile der Gesellschaft die Integrationserfolge zu wenig anerkennen.

Besonders erfolgreich verläuft in Deutschland die Integration der hier lebenden Muslime in den Arbeitsmarkt.

Inzwischen unterscheidet sich die Erwerbsbeteiligung von Muslimen nicht mehr vom Bundesdurchschnitt der deutschen Erwerbsbevölkerung: Rund 60 Prozent arbeiten in Vollzeit, 20 Prozent in Teilzeit, und die Arbeitslosenquote gleicht sich ebenfalls an. Einwanderer profitieren maßgeblich vom hohen Arbeitskräftebedarf. Aber auch die Öffnung des Arbeitsmarktes durch schnellere Arbeitsgenehmigungen, kommunale Initiativen zur Job-Vermittlung und Sprachkurse macht sich positiv bemerkbar.

Fromme Muslime sind auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt

"Religiöse Symbole sollten nicht für Nachteile bei Bewerbungen sorgen, und religiöse Bedürfnisse wie Pflichtgebete und Moscheegänge sollten auch mit Vollzeitjobs vereinbar sein." sagt Yasemin El-Menouar, Islam-Expertin der Bertelsmann Stiftung. 

El-Menouar sieht in Deutschland Nachholbedarf bei der rechtlichen Anerkennung muslimischer Religionsgemeinschaften und in der Antidiskriminierungspolitik.