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Montag, 07.05.2018


Zentralrat verurteilt Gewalt gegen muslimisches Mädchen in Osnabrück

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat einen Angriff auf ein elfjähriges muslimisches Mädchen in Osnabrück als schändlich und rassistisch verurteilt. Die Tat stehe in direktem Zusammenhang mit einem "sich verbreitenden, antimuslimischen Klima in der Gesellschaft", teilte der Zentralrat am Mittwoch in Berlin mit. Er beklagte zudem eine "allgemein stetig wachsende Islamfeindlichkeit" und einen "grassierenden und speziell gegen Muslime gerichteten Alltagsrassismus" in Deutschland.

Der Vorfall hatte sich im Umfeld von Ausschreitungen rund um ein Fußballspiel zwischen dem VfL Osnabrück und FC Carl Zeiss Jena am Samstag ereignet. Der Täter sei aus einer Gruppe von etwa fünf bis sechs Männern herausgetreten und habe dem an einer Bushaltestelle wartenden Kind das Tuch vom Kopf gezogen, hieß es in Medienberichten. Dabei sei das Mädchen leicht verletzt worden.

Dazu sagte die stellvertretende Vorsitzende des ZMD, Nurhan Soykan, am Mittwoch in Köln: „Seit Jahren werden auf dem Rücken muslimischer Frauen Scheindebatten über das Kopftuch geführt, die in den letzten Wochen ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten. Unser Grundgesetz sieht ganz deutlich die Religionsfreiheit vor und stützt das Prinzip „leben und leben lassen“. Dieses Prinzip wird von der Mehrheit unserer Gesellschaft - Gott sei Dank- beherzigt. Dennoch erleben wir gerade wieder eine gegen Muslime gerichtete unerträgliche Ausgrenzungsdebatte und eine populistische Kriminalisierung von Muslimen seitens bestimmter Politiker, die sich zunehmend in derartigen Angriffen auf Muslime niederschlägt. Die besorgniserregende Zahl von Angriffen auf Muslime, Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte ist das beschämende Resultat dieser Entwicklung. Solidarität und Empfindsamkeit in unserer Gesellschaft gegen die Diskriminierung bestimmter religiösen Gruppen - gleich ob deren Angehörige Kippa, Kreuz oder Kopftuch tragen - ist nicht teilbar. Deshalb sind solche Anschläge letztlich Angriffe auf die Grundfeste unserer Demokratie und unseres Rechtsstaates.“