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Montag, 30.04.2018

Neue diplomatische Initiativen für Rohingya-Krise

Initiativen zur Lösung der Krise um die muslimischen Rohingya. Delegation des Sicherheitsrates zu Gesprächen mit der Regierung von Myanmar. Seit Ende August wurden rund 700.000 Rohingya gewaltsam von der Armee von Myanmar aus Rakhine vertrieben.

Neue diplomatische Initiativen zur Lösung der Krise um die muslimischen Rohingya gibt es an diesem Wochenende beim ASEAN-Gipfel in Singapur sowie beim Besuch des Weltsicherheitsrates in Bangladesch und Myanmar. Indonesiens Präsident Joko Widodo unterstrich bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen aus Myanmar Win Myint am Rande des ASEAN-Gipfels seine Bereitschaft zur Vermittlung in der Rohingya-Krise, wie indonesische Medien (Samstag) berichten.

Unterdessen kamen am Samstag die 15 Mitglieder des Weltsicherheitsrates unter dem Vorsitz von Gustavo Meza-Cuadra in Bangladesch an. Die UN-Delegation will sich in den Flüchtlingslagern in Cox's Bazar durch Gespräche mit Rohingya und in Dhaka durch Gespräche mit Vertretern der Regierung von Bangladesch ein Bild der Lage machen.

Am Montag fliegt die Delegation des Sicherheitsrates weiter zu Gesprächen mit der Regierung von Myanmar. Nach langen Verhandlungen hat Myanmar dem Sicherheitsrat als erstem internationalen Gremium seit Ausbruch der Rohingya-Krise im August 2017 gestattet, Rakhine zu besuchen. Regierung und Armee von Myanmar weisen den von den Vereinten Nationen erhobenen Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen und "ethnischer Säuberung" in Rakhine entschieden zurück.

Seit Ende August wurden rund 700.000 Rohingya gewaltsam von der Armee von Myanmar aus Rakhine vertrieben. Angesichts der humanitären Krise ordnete Bangladeschs Ministerpräsidentin Sheikh Hasina die Öffnung der Grenze an und ließ die Flüchtlinge ins Land. Zusammen mit den rund 300.000 Rohingya, die schon in früheren Jahren nach Bangladesch geflohen waren, beherbergt das sehr arme Land nun rund eine Million Rohingya-Flüchtlinge.