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Montag, 19.02.2018


Integrationsbeauftragte besorgt über Angriffe auf Gotteshäuser

Nach dem Solidaritätsbesuch der Staatsministerin Aydan Özoguz äußert sie sich besorgt über die steigende Zahl der Übergriffe auf muslimische Einrichtungen. Zweimal binnen weniger Tage wurde die Moschee in Halle beschossen.

Halle/Saale Die scheidende Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), ist besorgt über eine steigende Anzahl von Angriffen auf Kirchen, Moscheen und Synagogen. "Ein Angriff auf einen Versammlungsort von Gläubigen - ob Kirche, Synagoge oder Moschee - ist zugleich ein Angriff auf unsere freiheitliche Grundordnung", sagte Özoguz am Mittwoch in Halle/Saale. Sie äußerte sich bei einem Besuch des Islamischen Kulturzentrums in der Stadt, das mehrfach attackiert wurde. 

Die SPD-Politikerin erklärte, es sei kein Zufall, dass auf verbale Hetze immer häufiger Taten folgten. Dies müsse "alarmieren". Friedliche Muslime dürften nicht pauschal verdächtigt oder angegriffen werden, weil es Extremisten gebe, die den Islam für ihre Zwecke instrumentalisierten. "Wer gegen Menschen anderer Religionszugehörigkeit Stimmung macht, will den Zusammenhalt in unserem Land zerstören", betonte Özoguz. 

Das Islamische Kulturzentrum wurde nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) am 2. Februar beschossen. Dadurch sei ein Besucher an der Hand verletzt worden, der sich vor der Moschee des Zentrums aufgehalten habe. Bereits in den vergangenen Jahren sei die Einrichtung mehrfach Ziel von islamfeindlichen Angriffen gewesen. So habe 2015 ein männlicher Täter in Begleitung zweier Frauen nachts Scheiben der Gemeinde eingeschlagen, weitere Schäden an der Moschee angerichtet und dabei rechtsextremistische Parolen gerufen.