Newsinternational Mittwoch, 06.12.2017 |  Drucken

Der nächste Funke am Pulverfass?

Deutscher Regierungsexperte gegen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt  - weiterer Torpedierung  der Friedensgespräche? - ZMD Vorsitzender Aiman Mazyek: "Jerusalem darf nicht durch einseitige Schritte erneut zur Eskalation gebracht werden"

Berlin (KNA) Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Jürgen Hardt (CDU), warnt die USA vor einer Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt. "Mit der Entscheidung, Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anzuerkennen oder gar die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, würden sich die USA in eine strategisch schwierige Lage bringen", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch). 

Sie würden sich als Vermittler für weitere Friedensgespräche im Nahen Osten "selbst aus dem Spiel nehmen", so der Experte. Er mahne deshalb zur Zurückhaltung. Washington würde laut seiner Einschätzung die Stimmung in der islamischen Welt weiter gegen sich aufbringen. 

"Die deutsche Position ist klar. Die deutsche Botschaft bleibt in Tel Aviv. Über den Status Jerusalems können nur die Konfliktparteien Israel und Palästina selbst entscheiden", sagte Hardt weiter. 

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland äußerte sich am Mittwoch (06.12.2017) ebenfalls wie folgt: "Für Juden, Christen und Muslime ist Jerusalem heilig und deshalb muss alles getan werden, dass nicht durch einseitige Schritte erneut die Situation zur Eskalation gebracht wird. Es darf kein Recht des Stärkeren geben, sondern nur das Recht auf Frieden für alle im Heiligen Land, dann wird sich aus dem mittlerweile Jahrzehnte andauernden Konflikt, der nur Verlierer kennt, das Blatt wenden", so Mazyek.





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