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Montag, 04.12.2017


Der alltägliche Hass im Leben eines Muslims

Mehr als 274 islamfeindliche Übergriffe auf Muslime - Dunkelziffer weitaus höher geschätzt - tägliche Hetze, Drohbriefe, Angriffe auf Kopftuch tragende Frauen, Sachbeschädigung und Nazi-Schmierereien an Moschee

In Deutschland gibt es mehr Übergriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen als bisher bekannt. Polizei und Verfassungsschutz registrierten im zweiten Quartal 274 islamfeindliche Angriffe– zunächst war von 201 Fällen die Rede gewesen.

Auch im dritten Vierteljahr waren es mit 217 ebenfalls mehr als noch zu Jahresbeginn (im ersten Quartal) mit 200 Fällen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung“ vorliegt. In fast allen Fällen waren die Täter Rechtsextreme, festgenommen wurde jedoch niemand. 

Zu den Straftaten zählen Hetze gegen Muslime oder muslimische Flüchtlinge im Netz (sogenannte Hasskommentare), Drohbriefe, Angriffe auf Kopftuch tragende Frauen oder muslimische Männer auf der Straße, aber auch Sachbeschädigung und Nazi-Schmierereien an Häusern. 

Der Vorstandsvorsitzende des Zentralrates Muslime in Deutschland (ZMD) äußerte sich nicht überrascht: „Diese Übergriffe und Anschläge sind leider täglicher Alltag von Muslimen, wir müssen gesamtgesellschaftlich endlich das Problem beim Namen benennen, Muslimfeindlichkeit ist weder ein neues Phänomen noch ein vernachlässigbares Problem in unserer Gesellschaft.“