Newsinternational Montag, 14.08.2017 |  Drucken

Große Trauer um gestorbene Lepra-Ärztin Ruth Pfau

Die international bekannte Lepra-Ärztin und katholische Ordensfrau erhält Staatsbegräbnis.

Sie starb am Donnerstag (Ortszeit) im Alter von 87 Jahren in Pakistan, wie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in Würzburg mitteilte. Das Hilfswerk arbeitete seit mehr als 50 Jahren eng mit Pfau zusammen.

Am vergangenen Freitag sei sie nach einem Schwächeanfall in eine Klinik in Karachi gebracht worden und dann friedlich eingeschlafen. Die Ordensfrau lebte seit 1960 in der 13-Millionen-Metropole und wird nach ihrem Wunsch auch dort bestattet. Der pakistanische Staatspräsident Mamnoon Hussain erklärte in einer Trauerbotschaft, Pfaus Tod sei ein großer Verlust für Pakistan.

Die ganze Nation danke ihr für ihren Einsatz. Premierminister Shahid Khaqan Abbasi erklärte, man werde sich an ihren Mut, ihre Loyalität, ihren Dienst an der Ausrottung von Lepra und vor allem an ihren Patriotismus erinnern. Der Ordensfrau war es in den vergangenen 55 Jahren gelungen, die Zahl der Lepra-Erkrankungen in der Islamischen Republik drastisch zu verringern.

Mehr als 50.000 Menschen seien in Pakistan dank Pfau von Lepra geheilt worden, so die DAHW. Das habe ihr nicht nur den Titel "Mutter der Leprakranken" eingetragen, 1979 sei sie auch zur Ehrenbürgerin und nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin ernannt worden.




"Ruth Pfau hat Hunderttausenden Menschen ein Leben in Würde ermöglicht. Ihr Tod bedeutet für alle, die sie kannten, einen großen Verlust und hinterlässt durch die enge Verbundenheit eine tiefe Trauer", erklärte der Vorstand der Ruth-Pfau-Stiftung, Harald Meyer-Porzky. "Ruth Pfau wird als große Kämpferin für eine bessere Welt in Erinnerung bleiben", betonte DAHW-Präsidentin Gudrun Freifrau von Wiedersperg. "Zigtausenden von Lepra gezeichneten und aus der Gesellschaft ausgegrenzten Menschen hat sie mit ihrer medizinischen und sozialen Hilfe ein neues Leben geschenkt."

Die Hilfe werde in Pfaus Sinne fortgesetzt. Auch das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen würdigte die Verstorbene. "Wir trauern um eine große Frau der Weltkirche, um eine außerordentliche Glaubenszeugin, um eine große Freundin des pakistanischen Volkes und des Islams", sagte missio-Präsident Klaus Krämer. Pfau stammte aus Leipzig, kam nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Westdeutschland und studierte Medizin. Mit 22 ließ sie sich evangelisch taufen, trat aber wenig später zum Katholizismus über.

1957 trat sie in den Orden der "Töchter vom Herzen Mariä" ein und begann drei Jahre später als Ärztin ihr Wirken in den Elendsquartieren von Karachi. Pfau erhielt viele Auszeichnungen, darunter den Marion Dönhoff Preis, den Lifetime-Achievement-Award sowie den deutschen Fernsehpreis Bambi als "Stille Heldin".

Staatsbegräbnis

Die Beisetzung findet am Samstag auf dem christlichen Friedhof der Hafenstadt Karachi statt, wie pakistanische Medien am Wochenende berichteten. Zuvor werde die Totenmesse in der St.-Patrick's-Kathedrale gefeiert.

Pfau hatte es in den vergangenen 55 Jahren geschafft, die Zahl der Lepra-Erkrankungen in der Islamischen Republik Pakistan drastisch zu verringern. Seit 1960 lebte sie in der 13-Millionen-Metropole Karachi, wo sie als Ärztin in den Elendsquartieren arbeitete. 1979 wurde sie zur Ehrenbürgerin und zur nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin ernannt.




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