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Donnerstag, 10.08.2017


" V-Leute-System muss grundlegend auf den Prüfstand und neu justiert werden"

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime fordert Gefährder konsequenter abzuschieben

Nach der gescheiterten Abschiebung des späteren Messerangreifers von Hamburg werden Rufe nach Konsequenzen laut. Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, sagte der Heilbronner Stimme: „Ich finde, die Debatte über den Messerangriff in Hamburg geht etwas an der Sache vorbei.

Zunächst finde ich es heroisch, wie die Helfer eingeschritten sind, und den Messerangreifer von weiteren Taten abgehalten haben. Das verdient unseren Respekt und Anerkennung. Mich wundert aber beim Thema immer mehr, dass hehre Absichten nicht umgesetzt werden und es keine Konsequenzen gibt. Es leben Menschen unter uns, die eigentlich keine Berechtigung dazu haben, zudem unsere Gesellschaft gefährden, die aber nicht konsequent abgeschoben werden. Es dauert oft Jahre, bis Konsequenzen gezogen oder Strafen ausgesprochen werden. Hier muss der Staat handeln.“



Mazyek fügte hinzu: „Es ist notwendig, genau zu analysieren, welche handwerklichen Fehler die Sicherheitsbehörden gemachen haben. Das gilt für den Fall Amri genauso wie für den Messerangriff von Hamburg. Das  V-Leute-System muss grundlegend auf den Prüfstand und neu justiert werden. Der Täter von Berlin hätte nicht als V-Mann angeworben dürfen, sondern man hätte ihn abschieben müssen.

Doch viel zu oft bleiben Fehler der Behörden ohne Konsequenzen, dabei wären diese notwendig, um ähnliche Taten zu verhindern. Wir müssen uns also nicht wundern, wenn wieder so etwas passiert.“