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Montag, 31.07.2017

Al-Azhar-Universität plant Konferenz zu Jerusalem-Konflikt

Treffen und Diskussion über "Gegenwart und Zukunft der Heiligen Stadt"- Israelische Besatzung ohne "humanitären oder zivilisatorischen Prinzipien"

Vatikanstadt (KNA) Die Kairoer Al-Azhar-Universität, eine Lehrautorität im sunnitischen Islam, will im September eine internationale Jerusalem-Konferenz einberufen. Die von ägyptischen Medien in dieser Woche verbreitete Ankündigung wurde in der Samstagsausgabe der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" publiziert. Laut der Papstzeitung soll es bei dem Treffen um "Gegenwart und Zukunft der Heiligen Stadt" gehen. Ägyptische Medien nannten als Anlass hingegen jüngste Maßnahmen der israelischen Besatzungsmacht, die auf keinerlei "humanitären oder zivilisatorischen Prinzipien" basierten.

Ob Vertreter des Heiligen Stuhls an der Konferenz teilnehmen, geht weder aus den ägyptischen Berichten noch aus der Meldung des "Osservatore Romano" hervor. Der Päpstliche Rat für interreligiösen Dialog war am Samstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Vor einer Woche hatte die islamische Hochschule in Kairo das israelische Vorgehen gegen Palästinenser am Tempelberg als "provokativ" kritisiert. In einer Stellungnahme rief sie die internationale Gemeinschaft auf, die Al-Aksa-Moschee "vor der Arroganz der israelischen Besatzung" zu retten und Versuche der "Judaisierung Jerusalems" und der Kontrolle der Al-Aksa zu stoppen.

Zwischen der Al-Azhar-Universität, die als wichtigste theologische Hochschule des sunnitischen Islam gilt, und dem Vatikan hatte nach mehrjähriger Unterbrechung im Februar wieder ein offizieller Dialog begonnen. Ende April nahm Papst Franziskus an einer Friedenskonferenz der Al-Azhar teil. Dabei verurteilte er zusammen mit dem Großimam der Hochschule, Ahmad al-Tayyeb, alle Formen von religiösem Hass und Extremismus.