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Mittwoch, 28.06.2017


Neuer Vorschlag für Imam-Ausbildung

Imam der ZMD Gemeinde im oberbayerischen Penzberg, Benjamin Idriz fordert Imamausbildungen in Deutschland und dieses Studium auf Deutsch einzuführen

München (KNA) Der Imam der Islamischen Gemeinde im oberbayerischen Penzberg, Benjamin Idriz, fordert dazu auf, islamische Religionsgelehrte in Deutschland und auf deutsch auszubilden. "Imame könnten der treibende Motor der Integration und des Dialogs sein, schreibt der 42-Jährige in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch): "Doch lassen sie allzu oft die Grundanforderungen wie deutsche Sprachkenntnisse und fachliche Ausbildung vermissen."

Der Bedarf der ungefähr 2.700 Gemeinden in Deutschland werde derzeit meist durch Imame aus dem Ausland gedeckt, so Idriz weiter: "Viele von ihnen stehen so in direkter Verbindung mit ausländischen religiösen Behörden und unter fremdstaatlichem Einfluss." Viele verfügten zudem kaum über ausreichende Sprach- und Kulturkompetenz. Sie seien deshalb "der Integration der Muslime nicht förderlich, auch werden sie den Anforderungen der Gemeinden nicht gerecht".

Viele Gemeinden empfänden die derzeitige Lage als unbefriedigend. Sie könnten sie aber alleine kaum verbessern. Wer aber Imame und Verbände kritisiere, ohne entsprechende Alternativen anzubieten, handle populistisch, kritisiert der Imam: "Die realen Herausforderungen müssen bewältigt werden - Islamhass und Populismus tragen dazu nicht bei."

Die Ausbildung der Imame im Land sollte ein Kernanliegen der Muslime sein, fordert Idriz. Die Politik müsse aber auch entsprechenden Initiativen die Hand reichen: "Gemeinsames vordringliches Anliegen sollte deshalb die Schaffung von Ausbildungseinrichtungen nur für Imame sein." Eine solche spezifische Ausbildung mit staatlicher Kooperation und Förderung fehle in Deutschland.

Langfristig müsse ein unabhängiger Lehrplan auf wissenschaftlichem Niveau für einheitliche Standards sorgen: "Von den Imamen, die in Deutschland und in deutscher Sprache ausgebildet sind, profitieren die Moscheegemeinden - weil so die Voraussetzungen für die Entwicklung des Islams im Lande geschaffen werden."

Für die Zukunft wünschten sich die meisten Muslime "fundiert ausgebildete Imame und repräsentative Moscheen, in denen sich Frauen und Männer, Muslime mit unterschiedlichem Migrationshintergrund und die Mehrheitsgesellschaft offen begegnen, einander kennenlernen und somit zur Gestaltung des Zusammenlebens beitragen". Der Bedarf sei enorm: "Und Zeit wurde schon viel zu viel verloren. Wir müssen anfangen, bevor wir die heranwachsende Generation verlieren."