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Donnerstag, 13.04.2017

Der Tropfen Hoffnung auf dem heißen Stein

Myanmar: Zum birmanischen Neujahrsfest erstmals 1.880 Strafgefangene freigelassen - Anschläge auf die muslimische Minderheit halten dennoch an

Rangun (KNA) Im Zuge einer Amnestie zum birmanischen Neujahrsfest sind in Myanmar 1.880 Strafgefangene, darunter auch politische Häftlinge, freigelassen worden.

Unter ihnen war auch ein erst vergangene Woche wegen Verleumdung verurteilter Politiker der Regierungspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD), wie Radio Freies Asien am Donnerstag berichtete. Über die genaue Zahl der amnestierten politischen Häftlinge machte der Sender keine Angaben.

Das Thingyan genannte birmanische Neujahrsfest wird in diesem Jahr vom 13. bis 17. April gefeiert. Der NLD-Politiker Myo Yan Naung Thein, Leiter der Kommission für strategische Studien, war am vergangenen Wochenende zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte Armeechef Min Aung Hlaing für dessen Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Rakhine kritisiert.

Die Zahl der politischen Häftlinge hat in Myanmar seit der Machtübernahme der NLD unter Führung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wieder zugenommen. In den vergangenen zwölf Monaten wurden laut Medienberichten 54 Menschen wegen «Diffamierung» angeklagt; sieben erhielten Gefängnisstrafen.

In der vierjährigen Amtszeit der militärnahen Vorgängerregierung von Präsident Thein Sein wurden den Angaben zufolge insgesamt nur sieben Menschen wegen Diffamierung angeklagt, fünf wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.