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Sonntag, 26.03.2017

Feindbild Muslime: erneute Übergriffe erschüttern Indien

Anschläge von 5.000 Hindus gegen Muslime - zunehmende Gewalt gegen Muslime seit Machtantritt Modis als Premierminister

Neu Delhi (KNA) Bei einer Gewaltaktion von rund 5.000 Hindus gegen Muslime im indischen Bundesstaat Gujarat ist Medienberichten zufolge ein Mensch getötet worden, 14 Personen wurden verletzt. Außerdem wurden 20 von Muslimen bewohnte Häuser niedergebrannt, wie indische Medien am Sonntag berichteten.

Auslöser der Krawalle war demnach der Zorn hinduistischer Schüler einer Schule in der Großstadt Patan über ein angeblich ungehöriges Verhalten eines muslimischen Schülers. Rund 5.000 hinduistische Schüler hätten dann in dem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Viertel Vadavali mehr als ein Dutzend Häuser geplündert, 20 Häuser in Brand gesteckt und auch Autos angezündet. Gujarat ist der Heimatstaat des hindu-nationalistischen indischen Premierministers Narendra Modi.

Die Region war in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz gewaltsamer Konflikte zwischen Hindus und Muslimen. Bei dem schwersten Zusammenstoß kamen 2002 mehr als 1.000 Menschen ums Leben. Die Mehrheit der Toten waren Muslime. Der heutige Premierminister Modi war damals Regierungschef von Gujarat. Modi wurde seinerzeit vorgeworfen, vorsätzlich nichts zur Eindämmung der Gewalt gegen Muslime unternommen zu haben. Der damalige Vorfall gilt als der bisher schwerste religiöse Konflikt in Indien.

Seit dem Machtantritt Modis als Premierminister Indiens im Mai 2014 hat die Gewalt radikaler Hindus gegen die religiöse Minderheiten der Muslime und Christen sprunghaft zugenommen. Modis hindu-nationalistische «Indische Volkspartei» ist der politische Arm der radikal-nationalistischen Bewegung Hindutva, deren Ziel die Errichtung eines hinduistischen Gottesstaates ist.