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Dienstag, 14.02.2017

Markschies für theologisches Kooperationszentrum an Humboldt-Uni

Berlin/Freiburg (KNA) In Berlin gibt es neue Überlegungen zu einem Ausbau der Theologie an der Humboldt-Universität. Die Evangelisch-Theologische Fakultät richtete dazu eine Arbeitsgruppe ein, wie Dekan Christoph Markschies in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Gastbeitrag für die Fachzeitschrift «Herder Korrespondenz» (März) bestätigte. Die Arbeitsgruppe solle prüfen, welche Formen einer Zusammenarbeit mit Einrichtungen katholischer, jüdischer und muslimischer Theologie möglich seien. Es gehe jedoch nicht um eine «multireligiöse Mischfakultät», betonte der Professor für Ältere Kirchengeschichte.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten SPD, Linkspartei und Grüne in Berlin vereinbart, dass bei den theologischen, weltanschauungs- und religionsbezogenen Studien «bestehende Regelungen und vorhandene Einrichtungen zukunftsorientiert ausgestaltet und weiterentwickelt werden». Markschies plädierte dafür, die Humboldt-Universität «unbeschadet aller gewachsenen Traditionen anderswo» zu dem Ort in der Hauptstadt zu machen, an dem beide christlichen Konfessionen sowie Judentum und Islam ihre Religion wissenschaftlich erforschen.

Nach Vorgaben des deutschen Religionsverfassungsrechts könnten auch separate Einrichtungen «ganz eng untereinander und mit anderen Wissenschaften kooperieren». Im Rang einer Fakultät ist in Berlin bislang nur evangelische Theologie an einer Universität präsent. Überlegungen zur Gründung einer Katholisch-Theologischen Fakultät an der Humboldt-Universität wurden Mitte der 1990er Jahre nicht verwirklicht. So blieb es bei dem Seminar für Katholische Theologie an der Freien Universität Berlin mit zwei Lehrstühlen, von denen einer in den vergangenen Jahren nicht besetzt war.

Theologie wird zudem an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin-Karlshorst gelehrt. Die Deutsche Bischofskonferenz tritt für eine stärkere Präsenz der katholischen Theologie in Berlin ein und erwägt den Aufbau eines Wissenschaftszentrums. Konkrete Pläne wurden bislang nicht bekannt. Bereits beschlossen ist, an der Humboldt-Universität bis zum Wintersemester 2018/19 ein Institut für Islamische Theologie einzurichten. Jüdische Theologie wird seit 2013 im Rahmen eines Instituts an der Universität Potsdam gelehrt. Markschies bezeichnete es als «wünschenswert, wenn der Senat auch für die katholische und jüdische Theologie Geld in die Hand nehmen könnte und wenn sich die katholische Kirche zu einem größeren Engagement in Berlin entschließen könnte».