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Donnerstag, 08.12.2016


ZMD ist Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft für religiös begründeten Extremismus

Auch die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen unterstützt inzwischen die Präventionsarbeit in den Moscheegemeinden

Die Grünen dringen auf eine «bundesweite Präventionsstrategie gegen den religiös begründeten Extremismus». In einem Antrag fordert die Bundestagsfraktion die Bundesregierung auf, ein Konzept für eine solche Strategie zu erarbeiten. Dazu soll auch die Einrichtung eines bundesweiten Präventionszentrums gehören, wie die Grünen am Mittwoch mitteilten. Die Strategie entwickeln sollen laut Antrag zivilgesellschaftliche und staatliche Akteure «gemeinsam und auf Augenhöhe».

Ferner sollen nach den Vorstellungen der Fraktion Bund und Länder die muslimischen Verbände und Moscheegemeinden «ermutigen oder gegebenenfalls dabei unterstützen, Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen beziehungsweise adäquate und nachhaltige Gegenstrategien zu entwickeln». Auch sollten Bund und Länder helfen, die Voraussetzungen für einen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht zu schaffen, der den Schülern die Reflexion des eigenen religiösen Selbst- und Weltverständnisses ermöglicht. Ebenso sollten Bund und Länder helfen, die Voraussetzungen für eine kompetente muslimische Gefängnisseelsorge zu verbessern und eine «demokratische muslimische Jugendarbeit» zu fördern.

Generalsekretär des Zentralrates des Muslime i.D., Abdessamad El-Yazidi, sagte zu der Initiative der Grünen: „Wir begrüßen das grundsätzlich und sind gespannt auf die konkreten Vorschläge der Grünen.“
Der ZMD selbst hat eigens ein Präventionsprogramm mit dem Namen „SaferSpaces“ im März diesen Jahres gegründet. Hierbei werden Workshops und Seminare rund um die Prävention von Radikalisierung muslimischer Jugendlicher angeboten.

Unterdessen wurde Anfang Dezember diesen Jahres die Bundesarbeitsgemeinschaft gegen religiösen Extremismus gegründet. Zu den 25 Gründungsmitgliedern gehört auch der Zentralrat der Muslime i.D. (ZMD) wie auch das Violence Prevention Network, ufuq.de und ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“.

Das Ziel der BAG ist es, die verschiedenen Präventionsprogramme der Religionsgemeinschaften, Vereine, Stiftungen zu kanalisieren und Ihnen eine Plattform des Austausches und Weiterentwicklung ihrer Projekte zu geben. Hiermit soll ausdrücklich das zivilgesellschaftliche Engagement der einzelnen Initiatoren gefördert werden und das öffentliche Bewusstsein für Präventionsprogramme gerade im religiös extremistischen Bereich geschärft werden. Hierbei wird jedoch gerade auch mit Trägern aus dem Bereich Rechtsextremismus zusammengearbeitet, da sie viele Überschneidungen aufweisen.

Der Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft setzt sich zusammen aus fünf Mitgliedern: Samy Charchira (Akion Gemeinwesen und Beratung e.V.), Tobias Meilicke (Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein), Thomas Mücke (Violence Prevention Network), Friederike Müller (IFAK e.V.) und auch der Ufuq.de-Co-Vorsitzender Götz Nordbruch.

Samy Charchira sagte dazu: „Wir haben in den letzten Jahren eine Menge an Erfahrungen und Wissen gesammelt. Erste Aufgabe wäre es, dieses Wissen zusammen zu bringen, zu bündeln und es für die einzelnen Träger zu transferieren. Das zweite wäre, dass wir die Präventionsarbeit verstärkt mit der Jugendhilfe – bzw. mit den Regelleistungen der Jugendhilfe verschränken, sodass wir tatsächlich zu ganz konkreten Qualitätsstandards kommen.“