Newsinternational Donnerstag, 23.06.2016 |  Drucken

TGD bezeichnet die Armenien-Resolution als «nicht akzeptabel«

Türkische Gemeinde in Deutschland fordert eine Historikerkommission

Berlin (KNA) In der Diskussion über die Armenien-Resolution dringt die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) auf die Einsetzung einer Historikerkommission. Bundestagspräsident Norbert Lammert solle dies unterstützen, erklärte die TGD am Mittwochabend nach einem Gespräch mit Lammert in Berlin. Man sei «sehr daran interessiert, den Dialog mit allen gesellschaftlichen und politischen Akteuren zu suchen und zu führen, um die enorm angespannten Verhältnisse wieder zu normalisieren.»

Die Einladung an Lammert und die türkischstämmigen Abgeordneten Cemile Giousouf (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) war vor dem Hintergrund der Debatte um die Verabschiedung der Armenien-Resolution ausgesprochen worden. Der Bundestag hatte kürzlich in einer Resolution die Massaker des Osmanischen Reiches an den Armeniern 1915 und 1916 als Völkermord eingestuft und eine Mitschuld des Deutschen Reiches eingeräumt.

Nach der Entscheidung kam es zu Protesten aus der Türkei, die lediglich Massaker, Vertreibungen und beiderseitige Gewalttaten einräumt. Außerdem gab es Beschimpfungen und Bedrohungen von türkischstämmigen Abgeordneten des Bundestags. Lammert hatte dies als Angriff auf den gesamten Bundestag verurteilt und die Türkische Gemeinde in Deutschland als einen der wenigen türkischen Verbände in Deutschland hervorgehoben, die derartige Drohungen als inakzeptabel bezeichnet hatten.

Diese Haltung bekräftigte die Türkische Gemeinde am Mittwoch erneut. «Jegliche Bedrohungen auf persönlicher Ebene sind nicht nur in einer parlamentarischen Demokratie, sondern grundsätzlich nicht hinnehmbar», hieß es.

Die TGD bezeichnete die Armenien-Resolution jedoch als «nicht akzeptabel, da sie undifferenziert, pauschalisierend und einseitig ist. Zudem ist sie weder objektiv, noch wissenschaftlich und juristisch nachvollziehbar. Diese Resolution ist kein geeignetes Mittel, einen Beitrag zur Völkerverständigung und -versöhnung zu leisten.» Eine große Mehrheit der türkischen Community in Deutschland lehne die Resolution ab.

Die TGD erklärte, dass diese «unter anderem von der AfD und ähnlichen rechtspopulistischen oder gar rechtsradikalen Gruppen gegen die Deutschlandtürken verwendet» werde. «Es wird, dies zeichnet sich in den sozialen Medien bereits ab, neben der bisherigen Islamophobie zusätzlich noch eine tendenzielle Turkophobie herbeigeführt.»






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