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Freitag, 05.06.2015

Hoyerswerda: Brandanschlag auf Asylbewerberheim

Nicht der erste Anschlag

Wie erst jetzt bekannt wurde haben Unbekannte in der Nacht zu Mittwoch einen Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Hoyerswerda verübt. Nach Polizeiangaben warfen sie einen Behälter mit brennbarer Flüssigkeit in Richtung der Notunterkunft, in der sich zu diesem Zeitpunkt 27 Asylbewerber aufhielten. Der Brandsatz prallte aber von der Rückseite der Turnhalle ab und fiel auf die Straße. Ein Wachmann löschte den Molotowcocktail. Das Operative Abwehrzentrum der Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Es vermutet ein fremdenfeindliches Motiv. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Gott sei Dank verfehlten die Täter in Hoyerswerda ihr Ziel und konnten keinen grösseren Schaden anrichten.

Bereits im März war eine damals geplante andere Notunterkunft für Asylbewerber in Hoyerswerda das Ziel rechter Randalierer gewesen. Die Wände der noch unbewohnten Turnhalle wurden mit rechten Parolen und verfassungsfeindlichen Symbolen beschmiert sowie viele Fensterscheiben eingeschlagen. Die Polizei nahm fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 20 und 32 Jahren fest. Zuvor hatte im April 2014 ein Angreifer die Scheibe des regulären Asylbewerberheims der Stadt mit einem Hammer eingeschlagen.

Diese Ereignisse erinnern an den September 1991, als Hoyerswerda durch Übergriffe auf Ausländer und die Belagerung des Wohnheims der Vietnamesen bundesweit in die Schlagzeilen geraten war. Dabei hatten sich zahlreiche Anwohner mit den rechtsextremen Angreifern solidarisiert. Erst 2014 wurde in der Stadt eine Asylbewerberunterkunft eingerichtet. Damals wurde ein Netzwerk für Toleranz und Solidarität gegründet, um die Flüchtlinge zu unterstützen und Ausschreitungen wie 23 Jahre zuvor zu verhindern. Inzwischen wurden in einer Turnhalle zusätzliche Notschlafstätten geschaffen, um die steigende Zahl von Flüchtlingen unterbringen zu können.